Mäanderweg

Blick vom Mäanderweg auf Rückershausen

Mit der Kamera unterwegs im Wittgensteiner Land

Anreise mit Pkw zum „Wanderportal Altes Rathaus“ in 57339 Erndtebrück (GPS-Eingabe: N50°59’19″ E8°15’11″). Wegen der Streckenlänge von fast 24 km empfiehlt es sich, den Mäanderweg in zwei Schleifen zu absolvieren, Anreise Nordschleife zum Parkplatz Skihütte nach Rückershausen (GPS-Eingabe: N50°57’9″ E8°16’38″); Anreise Südschleife zum Wanderparkplatz Steinbruch Benfe (GPS-Eingabe: N50°56’35″ E8°14’56″)

Tourbeschreibung

Markierung MäanderwegDer Mäanderweg ist einer der Wanderhöhepunkte links und rechts des Rothaarsteigs in Siegen-Wittgenstein. Offizieller Wanderweg. Länge: 23,9 km. Wegmarkierung: Kreis mit geschwungener Hügellandschaft. Die Tour führt im Tal der Benfe von Erndtebrück nach Benfe und auf den Lahnhöhen zurück nach Erndtebrück. Die Benfe, ein 11 km langer Zufluss, mündet in der Ortsmitte von Erndtebrück in die Eder ein. Sie entspringt unweit der Ederquelle am Ederkopf (648 m) und bildet ein ursprüngliches Tal aus, durch das sich der Bach hindurch mäandert. Mäander nennt man die Schlingen, die ein Gewässer ausbildet, wenn es durch Steine in seinem Lauf abgelenkt wird und dann nach und nach eine Kurve aus dem Ufer heraus wäscht. Solche ursprünglichen Mäander kann man im Benfetal noch gut sehen. Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, Trekkingstöcke und Tagesverpflegung sind empfehlenswert.

Wanderportal Altes RathausStart und Ziel der Rundwanderung ist das Wanderportal in Erndtebrück, wo eine Informationstafel den Wegverlauf darstellt. Von hier geht es hinein ins Benfetal. Über einen schmalen Weg erreicht der Mäanderweg eine Aussichtsplattform, die einen tollen Blick auf die Schlingen der Benfe bietet. Der hierhin führende Knüppelweg verhindert das Einsinken im weichen Boden. Weiter geht es entlang einer Brachwiese und durch den Wald immer gen Süden. Ungefähr auf halber Strecke kommt der Mäanderweg an einem alten Steinbruch an, der sich wegen seiner schönen Lage mit gutem Blick aufs Benfetal für eine Zwischenrast in Mäander zwischen Steinbruch und Ludwigseckunberührter Natur anbietet. Jetzt verlässt der Mäanderweg kurz das Tal und geleitet den Wanderer durch eine Feuchtwiese hinauf zu einem Höhenweg, der durch Jungwald führt. Ein steiler Abstieg bringt uns wieder ins Tal, das mit hellen Birken und Ebereschen gesäumt wird. Nach knapp 7 km Wegstrecke ist dann der Wanderparkplatz am Steinbruch erreicht. Nur gute 250 m weiter erreicht man zum Benfer Grund: einen breiten Abgang zur brachliegenden Wiesenfläche und freien Zugang zum Wasser. Der Benfer Grund lädt noch einmal zum Verweilen ein. Die letzten Mäander im Blick führt der Wanderweg jetzt zur neu eingefassten Quelle der Benfe Steinbruch und Meilerplatz in Benfeund nach knapp 400 m treffen wir auf den Rothaarsteig. Hier hat der Mäanderweg seinen Scheitelpunkt und wendet sich am Aukopf nur einen knappen Kilometer oberhalb der Sieg-Quelle in Richtung Osten. Kurze Zeit später erreicht der Mäanderweg bei Volkholz das Gebiet von Bad Laasphe im Wittgensteiner Bergland. Am Augustenhof vorbei führt der Mäanderweg am Osthang der Birkenhecke in Richtung Rückershausen, wo es mit der Lahntalschanze auch eine Sommerskisprungschanze gibt. Oberhalb von Oberndorf knickt der Mäanderweg dann westwärts und passiert den Nordrand des Ebschloh, um schon bald wieder Erndtebrück zu erreichen.

Erndtebrück

Ortsmitte ErndtebrückDer Kernort der Gemeinde Erndtebrück befindet sich im Südteil des Rothaargebirges an der Einmündung der Benfe in den von Südwesten kommenden Oberlauf der Eder. Südlich erhebt sich mit dem Ebschloh (686 m) der höchste Berg auf dem Gemeindegebiet. In Erndtebrück herrscht ein recht raues und kühles Klima. Vor allem in klaren und windstillen Nächten kann die Temperatur hier im oberen Edertal stark absinken. Erndtebrück wurde erstmals 1256 erwähnt. Zunächst war der Ort unter dem Namen Ermingardibrugge bekannt und Sitz eines Bahnhof ErndtebrückRittergeschlechts sowie später Zollstelle mit Marktrecht. Um 1502 nannte man das Dorf Irmgardtenbrucken. Erst ab 1819 nannte man das Dorf Erndtebrück. Die heutige amtliche Schreibweise des Ortsnamens ist 1732 zum ersten Mal aufgetaucht, konnte sich aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts durchsetzen. In allen Fassungen tritt neben dem Namen Brücke der Personenname Irmin auf, wenn auch in einer durch Lautwandel bedingten Schreibweise. Der Vorname Irmin war bei den Germanen ein beliebter Vorname. Der Bahnhof Erndtebrück wurde Pavillion an der Benfeeinmündung1888 eröffnet, ist ein Trennungsbahnhof und liegt an Streckenkilometer 28,8 der Bahnstrecke Kreuztal–Cölbe sowie 0,0 der Bahnstrecke Erndtebrück–Bad Berleburg. Die Personenzüge der Rothaarbahn verkehren in Richtung Siegen und Bad Berleburg, die der Oberen Lahntalbahn im Zweistundentakt über Bad Laasphe und Biedenkopf in Richtung Marburg. Der Bahnhof besitzt vier Bahnsteiggleise und einige Güter- und Nebengleise. Bis in das Jahr 1944 bestand mit der Bahnstrecke zwischen Wenholthausen und Birkelbach eine Eisenbahnverbindung nach Benfeeinmündung in die EderAltenhundem, deren Brücken aber im Kriegsverlauf von sich zurückziehenden Verbänden der deutschen Armee gesprengt wurden. Die Tunnelabschnitte sind zum Teil noch erhalten. Erndtebrück ist Standort des Einsatzführungsbereiches 2 der Luftwaffe mit einem Control and Reporting Centre in einem neuen oberirdischen Einsatzgebäude auf dem Hachenberg und einem Radarsystem des Typs GM 406F zur Luftverteidigung auf dem Ebschloh. Die Funk-Sendeanlage befinden sich auf dem Rammelsberg, die Funkempfangsanlage auf dem Steimel. Der stillgelegte Luftverteidigungsbunker am Wabrich dient heute teils als Museum.

Benfe

Ortseingang BenfeDas Dorf Benfe liegt im Westteil des Wittgensteiner Landes im Südteil des Rothaargebirges bzw. im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. In der Umgebung liegen unter anderem die Quellen von Sieg, Eder und Lahn sowie auch der Benfe, die den Ort als Eder-Zufluss unmittelbar östlich umfließt. Benfe ist eingebettet zwischen dem Kleinen Kopf (615 m) im Norden, dem Weibelskopf (620 m) im Osten, dem Aukopf (644 m) im Süden) und dem Jagdberg (634 m) im Nordwesten. Durch das Dorf führt die Kohlenstraße, ein alter Wirtschaftsweg zwischen dem Wittgensteiner Land und dem Siegerland und durch die südlichen Dorfteile der Rothaarsteig. Benfe ist Altes Anwesen in der Dorfstraßeein noch recht junger Ort. Im Jahre 1713 begann die Besiedelung. Die ersten Siedler waren Köhler. Die Eisenhämmer in Ludwigseck benötigten eine große Menge an Holzkohle. Die waldreiche Region bot die besten Voraussetzungen für das Köhlerhandwerk. 1760 zählte Benfe zwei Kanongüter. Ab 1819 gehörte der Ort zum Schultheißenbezirk Erndtebrück. 1845 war Benfe ein Teil des Amtes Erndtebrück. Der Ort gehört seit der Gebietsreform von 1975 zur Gemeinde Erndtebrück und war bis zur Eingemeindung eine selbstständige Gemeinde im damaligen Kreis Wittgenstein.

Volkholz

Fachwerkhäuser in VolkholzVolkholz liegt im Südteil des Rothaargebirges an der Einmündung des vom Jägerhain kommenden Ahbachs in den Oberlauf der Lahn. Der Ort mit etwa 350 Einwohnern gliedert sich – lahnaufwärts gesehen – in die drei Ortsteile Volkholz, Glashütte und Welschengeheu. Am 1. Januar 1975 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Volkholz in die Stadt Bad Laasphe eingegliedert. Neben der Lahn entspringen auch Sieg und Eder in der näheren Umgebung. Das im Jahr 1344 erstmals urkundlich erwähnte Dorf ist land- und forstwirtschaftlich geprägt. Ein weiterer Erwerbszweig für die Bewohner des Ortes war und ist die Eisenindustrie im angrenzenden Siegerland. Heute setzt wieder verstärkt Fremdenverkehr ein. Die Lage am Oberlauf der Lahn sowie die unmittelbaren Nähe zum Rothaarsteig zieht vor allem Wanderer an.

Augustenhof

Augustenhof in VolkholzDer Augustenhof ist ein früheres Lustschlösschen und späteres Forsthaus aus dem 18. Jahrhundert. Er liegt an der Südseite des sehr niederschlagreichen Rothaarkamm-Gebirges im Wittgensteiner Bergland auf einer Höhe von 500-600 m über NN. Hier gibt es nur kurze Sommerperioden, recht lange Winter (Frost ist möglich von Anfang Oktober bis Ende Mai) und ausgiebige Regenzeiten im Frühjahr und im Herbst. Rund um den Hof liegt das frühere Försterland, auf dem der ortsansässige Förster sich damals etwas Vieh halten durfte, um sich ein Zubrot zu seinem geringen Lohn zu verdienen. Für die Beweidung der Schottische Hochlandrinder auf dem AugustenhofGrünlandflächen, die aus kärglich bewachsenen Grenzertragsböden bestehen, bringt das reinrassig gezogene Schottische Hochlandrind alle erforderlichen Voraussetzungen mit. Die Tiere beweiden die ca. 20 ha Grünland seit 1988 und mittlerweile hat sich auf den ursprünglich intensiv durch Schafhaltung genutzten Flächen ein sehr artenreiches Biotop entwickelt, auf dem auch Orchideen gedeihen. Das Schottische Hochlandrind ist wahrscheinlich Nachfahre des keltischen Urochsen. Es stammt aus West- und Zentralschottland und von den Hebriden und wird seit 200 Jahren in unveränderter Form ohne Einkreuzung reingezüchtet. Es ist genügsam und wetterfest und wird ganzjährig auf der Weide gehalten.

Weide

Bauernhaus in WeideWeide befindet sich am Westrand des Stadtgebietes von Bad Laasphe an der Grenze zur Gemeinde Erndtebrück. Westlich des Ortes erhebt sich die zu den südlichen Bergen des Rothaargebirges gehörige 659 Meter hohe Birkenhecke. Das Dorf entstand als Kanonsiedlung, vermutlich um das Jahr 1706. Sein ursprünglicher Name lautete Stuppenhausen, benannt nach den durch das Roden entstandenen Baumstümpfen (Stuppen). Dieser im Jahre 1720 erstmals urkundlich vermerkte Name konnte sich aber nicht durchsetzen. Aus dem heute noch mundartlich gebräuchlichen In der Weide entstand schließlich der Name Weide. Die zuvor selbstständige Gemeinde gehört seit der Durchführung des Sauerland/Paderborn-Gesetzes am 1. Januar 1975 zur Stadt Bad Laasphe

Rückershausen

Sprungschanzen in Rückershausen1492 wird der Ort namentlich erstmals erwähnt. 1538 gehört Rückershausen genau wie sein Nachbarort Rüppershausen zum Hause Wittgenstein. 1662 gehört der Ort zur Schultheißerei Feudingen. 1845 erfolgt die Zuordnung zum Amt Erndtebrück. Zwischen Rückershausen und Erndtebrück erhebt sich der zu den südlichen Bergen des Rothaargebirges gehörige Ebschloh (686 m). Auch Rückershausen gehört seit dem 1. Januar 1975 zur Stadt Bad Laasphe. Die Ortschaft ist ein beliebtes Wintersportzentrum mit einem weitverzweigten Loipennetz, Abfahrtshängen und der Möglichkeit zum Skispringen auf der kleinen und großen Lahntalschanze. Seit 2010 ist die kleine Lahntalschanze zur Ganzjahresschanze umgebaut worden.

Oberndorf

Ortseingang OberndorfOberndorf hat rund 500 Einwohner und befindet sich an der Grenze des Stadtgebiets von Bad Laasphe zur Gemeinde Erndtebrück. Das Dorf liegt zwischen den Bergen Ebschloh (686 m) im Norden, Hohes Haupt (650 m) im Nordosten und Aberg (531 m) im Südwesten. .Der Ort gliedert sich in die Siedlungen Oberndorf-Dorf und Oberndorf-Bahnhof. Die Ortsgrenze zum benachbarten Rückershausen verläuft mitten durch das Bahnhofsgebäude. Urkundlich wird der Ort erstmals 1538 erwähnt. 1662 erfolgt die Zuordnung zur Schulzerei Feudingen. Ab 1720 ist eine kirchliche Zugehörigkeit zum Kirchspiel Feudingen nachweisbar. 1845 gehört Oberndorf zum Amt Erndtebrück. Seit dem 1. Januar 1975 gehört auch Oberndorf zur Stadt Bad Laasphe.

Wegpunkte Mäanderweg

Route Mäanderweg

WP01   N50°58.7133 E008°15.5770,   Am Fuchsrain, Beginn/Ende Rundweg
WP02   N50°58.0043 E008°15.4140,   Podest Mäanderblick
WP03   N50°56.5844 E008°14.9362,   Steinbruch Benfe
WP04   N50°55.6852 E008°14.4708,   Benfer Rücken
WP05   N50°56.1281 E008°16.5010,   Augustenhof
WP06   N50°56.5743 E008°16.6734,   Aussicht auf Weide
WP07   N50°56.8525 E008°16.8929,   Panoramablick Vorm Eichenwald
WP08   N50°57.1556 E008°16.6098,   Skihütte Rückershausen
WP09   N50°57.9666 E008°17.6789,   Aussicht Lahntal
WP10   N50°58.4879 E008°16.8164,   Wanderparkplatz Am Dill
WP11   N50°59.3082 E008°15.1904,   Wanderportal Altes Rathaus

Flyer Mäanderweg (pdf)
Route Mäanderweg (gpx/ikt)
Fotoalbum Mäanderweg (Flickr)

 

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
Dieser Beitrag wurde unter Westfalen, Wittgenstein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert