Rundwanderung Friesenhagen

Auf dem Kapellenweg im Wildenburger Land

Blick vom Blumenberg auf Friesenhagen

Tourbeschreibung

Restaurant „Wildenburger Hof“Start und Ziel der 9,5 km langen Rundwanderung ist der Parkplatz des Restaurants „Wildenburger Hof“ in Crottorf (Navi-Eingabe N50°54’15“ E7°47’8″). Von hier der L278 nach Norden folgen und auf Höhe von Schloss Crottorf bei den Fischteichen links in den Wald einbiegen und bergan durch den Ruheforst dem Siegerland-Höhenring (Markierung Raute) vorbei an Weierseifen und der Rochuskapelle bis zur Wegespinne auf dem Gipfel (412 m NN) südwestlich von Bahnhof Wildenburg folgen. Hier den Siegerland-Höhenring verlassen und scharf nach rechts  auf den Schlösserweg (Markierung Andreaskreuz) abbiegen, abwärts vorbei an der Burg Der Sauerland-Höhenweg oberhalb von Burg WildenburgWildenburg bis zum Wildenburger Bach. Nach einem kurzen Anstieg wird die Strahlenbachskapelle erreicht. Ab hier folgt die Route dem gut markierten Pilgerweg und erneut dem Siegerland-Höhenring, vorbei an der St.-Anna-Kapelle, der Pfarrkirche St. Sebastian und der Kreuzkapelle zurück zum Parkplatz Wildenburger Hof. Die Wanderroute biegt einige Hundert Meter unterhalb der Kreuzkapelle rechts in einen schmalen Waldpfad ab und führt ziemlich steil abwärts entlang der Einzäung des Hirschparkes bis hinunter zum Wisser Bach. Für diese Teilstrecke ist unbedingt festes Schuhwerk erforderlich!

Das Wildenburger Land

Schloss Crottorf, Wohnsitz der Familie von HatzfeldDer Begriff Wildenburger Land geht auf die ehemalige Freie Reichsherrschaft Wildenburg zurück. Die von den Herren von Arenberg abstammenden Herren von Wildenburg, deren Sitz die Wildenburg war, starben im Jahre 1418 aus. Daraufhin gelangte die reichsunmittelbare Herrschaft über eine Erbtochter an die Grafen von Hatzfeld. 1806 fiel Wildenburg an das Großherzogtum Berg, 1815 an Preußen. Innerhalb Preußens bildete Wildenburg, zusammen mit dem vormaligen kurkölnischen Amt Schönstein, die Standesherrschaft Wildenburg-Schönstein. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts behielten die Standesherren die Gerichtsbarkeit über das Wildenburger Land und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Ortskern von Friesenhagenbesaß die Fürstlich-Hatzfeldt-Wildenburgische Familie fast den  ganzen Grund und Bodens des Wildenburger Landes. Denn es war den Standesherren durch die damaligen Landrechtsverordnungen von 1592 und 1607, die ihnen das Erstkaufrecht zusicherten, fast immer gelungen, bei den Verkäufen und Zwangsversteigerungen  die Höfe in ihren Besitz zu bringen. Erst mit der Bodenreform im Jahr 1948 gingen insgesamt 2800 Hektar Land in das Eigentum von 184 Bauernhöfen und vielen Kleinpächtern über. Der Wald befindet sich zu 95 Prozent immer noch im Hatzfeldt-Wildenburgischen Besitz. Die historische Region bildet heute den nördlichsten Zipfel des Landkreises Altenkirchen und gleichzeitig des Landes Rheinland-Pfalz. Größte Ortsgemeinde ist Friesenhagen.

Rochuskapelle

Die Rochus-Kapelle oberhalb von WildenburgVon der westlich der Wildenburg am Höhenweg auf dem Rollsberg oberhalb der kleinen Ortschaft Wildenburg gelegenen Rochuskapelle hat man einen guten Ausblick auf die Burg und auf die „Rote Kapelle“. Die Kapelle aus dem 17. Jahrhundert wurde zu Ehren des Hl. Rochus erbaut. Der Name lässt darauf schliessen, dass während oder vor ihrer Errichtung im Wildenburger Land die Pest gewütet hat. Rochus von Montpellier ist ein Heiliger der katholischen Kirche, der der Legende nach auf der Pilgerfahrt nach Rom vielen Pestkranken half. Auch wenn er niemals heiliggesprochen wurde, wurden seine Gebeine in Venedig zur Ehren der Altäre erhoben und die in der Pestzeit entstandenen Rochusbruderschaften mit päpstlichen Privilegien ausgestattet. In manchen Regionen wird er zu den Vierzehn Nothelfern gezählt und gilt als Schutzpatron der Pestkranken und der Haustiere. Sein Gedenktag ist der 16. August.

Burg Wildenburg

Burg WildenburgDie Wildenburg war von 1239 bis 1418 Verwaltungssitz der Freien Reichsherrschaft Wildenburg und diente vorrangig der Sicherung der Brüderstraße, einem bedeutenden mittelalterlichen Handelsweg, der die Städte Köln und Siegen verband. Durch die exponierte Lage der Burg konnten Bewegungen auf der Brüderstraße gut beobachtet werden. Mit Hermann von Wildenburg starb anno 1418 der letzte männliche Nachfahre des Geschlechtes und die Wildenburg ging als Erbe an die Familie von Hatzfeldt auf Schloss Crottorf über.

Kapelle zur „Schmerzhaften Muttergottes“

Die Strahlenbachskapelle an der Brüderstraße zwischen Wildenburg und HammerhöheDiese im Volksmund auch als Strahlenbachskapelle bezeichnete kleine Kapelle auf der Anhöhe zwischen Friesenhagen und Wildenburg steht direkt neben der alten Brüderstraße, und zwar genau dort, wo sich die Trasse des alten Handelsweges über Wiesental und die Route über Wildenburg wieder trafen und der Anstieg nach Hammerhöhe begann. Die Strahlenbachskapelle ist ein einfacher Putzbau. Der heute nicht mehr vorhandene Hof Stralenbach wurde 1561 erwähnt; die Kapelle wird aber vermutlich jüngeren Datums sein.  Die früher  in der Kapelle befindlichen wertvollen Heiligenfiguren wurden aus Sicherheitsgründen entfernt.

St.-Anna-Kapelle

Die „Rote Kapelle“ am LindchenOberhalb von Friesenhagen auf dem Blumenberg Am Lindchen steht die St.-Anna-Kapelle, die auch „Rote Kapelle” genannt wird. Sie wird von einer mächtigen 400-jährigen Linde überragt. Hier war die Hinrichtungsstätte während der Wildenburger Hexenprozesse in den Jahren zwischen 1613 und 1652, bei denen weit mehr als 100 Menschen als Hexen und Zauberer bei lebendigem Leibe verbrannt oder durch das Schwert hingerichtet worden sind. Nach volkstümlicher Deutung soll die „Rote Kapelle“ zur Erinnerung an diese blutigen Ereignisse  zu Ehren der Hl. Anna im 17. Jahrhundert erbaut worden sein.

Katholische Pfarrkirche St. Sebastian

Katholische Pfarrkirche St. Sebastian in FriesenhagenDie Barockkirche St. Sebastianus in Friesenhagen wurde bereits im Jahre 1131 erwähnt und ist schon aus der Ferne sichtbar. Die Kirche hat einen romanischen Turm und einen gotischen Chor. Sie bildet den Mittelpunkt von Friesenhagen. Von der ursprünglich spätromanischen dreischiffigen Kirche ist nur der 1751 erhöhte Turm und der Triumphbogen erhalten. Der Hauptchor wird dem Anfang des 16. Jahrhunderts zugerechnet. Im Inneren der Kirche befindet sich eine bemerkenswerte Ausstattung mit Werken aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Der Taufstein stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Kreuzkapelle

Die Kreuzkapelle bei CrottorfAuf dem Schnabelsberg, nahe dem Schloss Crottorf,  wurde im Jahre 1701 die sogenannte Kreuzkapelle erbaut, ein achteckiger Zentralbau mit einem quadratischen Anbau aus dem Jahre 1895. Diese Kapelle stellt eine Nachbildung der Himmelfahrtskapelle auf dem Ölberg bei Jerusalem dar. Von Friesenhagen aus führen zu dieser Kapelle über die Trasse des Pilgerwegs bzw. des Siegerland-Höhenrings über einen lichten Waldweg mäßig bergan die sogenannten sieben Fußfälle, eine Art Kreuzweg.

Wegpunkte Rundwanderung Friesenhagen

Route der Rundwanderung Friesenhagen

WP1  N50°54.2666 E007°47.1734,  Wildenburger Hof
WP2  N50°54.9568 E007°48.5008,  Rochuskapelle                                                                WP3  N50°55.1386 E007°49.2246,  Wegespinne Wildenburg Bahnhof
WP4  N50°54.8946 E007°49.0595,  Burg Wildenburg
WP5  N50°54.7118 E007°48.9737,  Strahlenbachskapelle
WP6  N50°54.4906 E007°48.5659,  Rote Kapelle
WP7  N50°54.2075 E007°48.6095,  St. Sebastian                                                                    WP8  N50°54.2496 E007°47.3889,  Kreuzkapelle
WP9  N50°54.2558 E007°47.4053,  Pfad nach Crottorf

Route Kapellenweg Friesenhagen                                                                                                                                                                    Fotos vom Kapellenweg Friesenhagen

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
Dieser Beitrag wurde unter Rheinland-Pfalz abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert