Marialinden

Blick auf Marialinden

Marienwallfahrtsort Marialinden im Bergischen Land

Marialinden. St. Mariä HeimsuchungUrkundlich erwähnt wird Marialinden zum ersten Mal 1515. Die Legende besagt, dass in einer hohlen von ehemals sieben Linden ein Gnadenbild gefunden wurde. Nachdem es von dort entfernt wurde, war es am nächsten Tag auf wundersame Weise wieder in die hohle Linde zurückgekehrt. Vor 1512/1515 wurde an der Stelle zunächst ein Heiligenhaus, dann eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes gebaut. Seit ihrer Fertigstellung wurde die Kirche „St. Mariä Heimsuchung“ selbst Ziel vieler Pilger. Äußeres Zeichen der Marienverehrung sind die aus dem Mittelalter stammenden Darstellungen der Pietà (größere in Holz, kleinere in Terrakotta) im rechten Seitenschiff der Kirche. Über Jahrhunderte hinweg und bis heute blieb Marialinden ein Marienwallfahrtsort. Die Hauptstraße des Dorfes erhielt daher ihren Namen Pilgerstraße.

Die alte Brüderstraße

Gaststätte „Lindenhof“ in MarialindenDie Geschichte von Marialinden ist eng verknüpft mit der alten Brüderstraße (Straße der pilgernden Bruderschaften/Klosterbrüder), in Marialinden zurecht Pilgerstraße genannt. An dieser Straße entwickelte sich Marialinden als Gast- und Rastplatz nach beschwerlichem Aufstieg von Overath. Bis in die 1920er Jahre gab es rund um die Kirche in Marialinden 7 Gaststätten. Die Gaststätte „Lindenhof“ wurde bereits 1512 erstmals urkundlich erwähnt.

Marienbrunnen an der alten BrüderstraßeDie Brüderstraße war eine mittelalterliche Höhenstraße, die Siegen mit Köln verband. Die Straße folgte den Pfaden und Saumwegen, die zur Zeit der fränkischen Besiedlung entstanden waren und meistens über Höhen führten. Sie hat nur wenige Flusseinschnitte wie beispielsweise die Agger bei Overath. Die Täler waren früher versumpft und noch nicht trockengelegt, so dass nur über die Höhen eine Wegführung möglich war. Der alte Handelsweg war dennoch bis in die Neuzeit in sehr schlechtem Zustand; nur im Hochsommer konnte er mit Wagen oder Karren dauernd befahren werden. Mit dem Bau der Köln-Olper Chaussee (Bauzeit 1823 bis 1834) – der heutigen Bundesstraße 55 – verlor die Brüderstraße ihre Bedeutung.

Der kostenlose Parkplatz befindet sich westlich der Kirche, unmittelbar an der Pilgerstraße (GPS-Position 50°55.9793 Nord, 007°19.3779 Ost).

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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