Rundwanderung Brachthausen

Blick zurück auf Kohlhagen

Der kleine Ort Brachthausen am Rande des Sauerlandes hat 464 Einwohner und liegt fast genau in der Mitte zwischen Siegen und Olpe. Er ist der höchste Ort des Kreises Olpe (500 m ü NN).

Hasenbahnhof

Gaststätte „Zum Hasenbahnhof“ in BrachthausenStart und Ziel dieser Rundwanderung ist der Wegezeiger wenige Meter nördlich der Gaststätte „Zum Hasenbahnhof“ (Parkplatz Navi-Eingabe N51°1’40“ E8°5’38“). Die Gaststätte liegt unweit und oberhalb von Brachthausen auf einer größeren Waldlichtung zwischen dem Sauerland und Siegerland. Hier hält aber kein Zug, geschweige denn steigen flotte Hasen aus und ein, denn der Name rührt von der ca. 1 km entfernten Wegespinne her, an der 6 Wanderwege zusammenlaufen. Weil sich dort angeblich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, trägt diese Kreuzung seit grauen Vorzeiten den Namen ‚Hasenbahnhof‘. Wir orientieren uns am Wegzeiger und wandern von hier bis zur übernächsten Abzweigung über den sogenannten Kriegerweg. Der Kriegerweg ist ein Panoramablick „Auf dem Höchsten“frühgeschichtlicher Fernweg vom Rhein zum Hellweg und verläuft von Koblenz über  den Westerwald, Siegen, Hilchenbach, Kirchhundem, Meschede, Rüthen bis nach Paderborn. Wegen der herrlichen Aussichtsmöglichkeiten verlassen wir den gut ausgeschilderten Weg zwischen „Hasenbahnhof“ und Gut Ahe, biegen am Wegpunkt 2 rechts ab und nehmen den Weg über den „Höchsten“, der uns in einer sanften Linkskurve aber wieder zurück ins Tal führt. An der Wegespinne überqueren wir den Kriegerweg wieder, wandern aber geradeaus weiter und folgen nunmehr den zahlreichen Hinweisschildern zum Gut Ahe. Ein Verlaufen ist wegen der Beschilderung ausgeschlossen.

Gut Ahe

Gut AheDas kleine Örtchen hat gerade einmal zwei Häuser und vier Einwohner. In waldreicher, sonniger Alleinlage idyllisch in einem windgeschützten Kessel gelegen, ist das Landhotel und Bauernhof-Café „Gut Ahe“ im Naturpark Rothaargebirge der ideale Ort für ein erholsames Sonnenbad oder für einen aktiven Erlebnisurlaub. Gut Ahe ist ein Paradies für Familien und Kinder, ein Domizil für Naturliebhaber und Wanderer, und Start- und Zielpunkt für Fahrrad- bzw. Mountainbikefahrer. Das großzügige Areal besteht aus dem Hotel, der Hofscheune („Das alte Haus“), einer Jagdhütte am See und einer sehr großen Sonnenterrasse. Im Café mit Kachelofen-Atmosphäre gibt es Kuchen, Wurst- und Schinkenplatten nach Hausmacher Art. Gut Ahe ist außerhalb der Betriebsferien 01.11.-25.12. durchgehend geöffnet (kein Ruhetag).

Kohlhagen

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche KohlhagenDie heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung Kohlhagen mit dem Patrozinium St.-Mariae-Heimsuchung (2. Juli) wurde an der Stelle des Vorgängerbaus in den Jahren von 1703 bis 1707 errichtet. Ein heute unter Denkmalschutz stehender Kreuzweg wurde 1908 ringförmig um das Kirchengelände angelegt. Das Bauwerk hat eine überaus reichhaltige Barockausstattung aus der Bildhauerwerkstatt Sasse in Attendorn. Die historische Orgel, die 1745 in der Kirche eingebaut wurde, stammt wahrscheinlich aus der Werkstatt von Johann Henrich Kleine aus dem Kirchspiel Eckenhagen. Um die Wallfahrtskirche herum ist der Friedhof der Pfarrgemeinde Kohlhagen angelegt. Auf einem besonderen Teil des Friedhofes bestehen vier Kriegsgräber aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Am 1866 erbauten Küsterhaus vorbei wandern ins Tal nach Wirme.

Wirme

Sieben-Schmerzenweg von Kohlhagen nach WirmeTalbabwärts passieren wir den sogenannten Sieben-Schmerzen-Weg, dessen Stationen das Leid der Gottesmutter Maria darstellen. Das Fest der Sieben Schmerzen Mariens wurde 1814 durch Papst Pius VII. eingeführt und und wird am 15. September gefeiert. Die sieben Stationen auf dem früheren Kirchweg von Wirme nach Kohlhagen, der hier als Hohlweg besonders gut ausgeprägt ist, wurden 1958 durch Heinrich Hüpper aus Wirme an Stelle der älteren verwitterten hölzernen Stationen errichtet. Wenige Meter weiter noch oberhalb von Wirme stoßen wir auf ein steinernes Kreuz, das zwischen 1933 und 1939 von Theodor Quinke, dem ehemaligen Besitzer des früheren Wirmer Mühlengutes errichtet wurde. Bemerkenswert ist hier die Inschrift der Frontplatte „Im Kreuz ist Heil“ – ein bewußter Affront gegen die ideologischen Heilrufe des damaligen Nazi-Regimes. Die indirekte Ersterwähnung des Ortes Wirme stammt von 1398. Der mittelalterliche Steinernes Kreuz am alten Kirchweg zwischen Kohlhagen und WirmeOrtsname lautet ‚to der Wedermoede‘, eine Stellenbezeichnung, die wahrscheinlich auf ein sumpfiges, morastiges, waldreiches Gelände hinweist. Dieser Ortsname hat sich im Laufe der Zeit zum heutigen Ortsnamen gewandelt. Parallel dazu gab es im 16. und 17. Jahrhundert auch die Ortsbezeichnung ‚to der Wiedermöllen‘, was mit der im Ort vorhanden gewesenen Mühle in Zusammenhang zu bringen ist. Im Ort ist eine 1901 erbaute katholische Kapelle vorhanden, die dem Heiligen Matthias geweiht ist. 1904 erhielt das Dorf eine eigene Volksschule. Der Schulsaal war zuerst untergebracht im Küsterhaus bei der Pfarr- und Wallfahrtskirche Kohlhagen. 1930 wurde ein neues Volksschulgebäude eingeweiht. In der einklassigen Schule wurde bis zur Auflösung der Schule am 26. Juli 1967 unterrichtet. Das ehemalige Mühlengut mit rund 80 Morgen Landbesitz wurde 1931 an die Chorschwestern vom heiligen Augustinus aus dem Michaelskloster in Paderborn verkauft und  von den Ordensschwestern bis 1965 weiter bewirtschaftet und dann weiter verkauft.

Wegescheid

Hölzernes Prozessionskreuz auf dem Wanderparkplatz WegescheidIn Wirme folgen wir bergauf der aspaltierten Straße nach Varste und biegen auf der Höhe links ab zum Wanderparkplatz Wegescheid und dem hölzernen Kreuz. Die Flurbezeichnung ‚Wegescheide‘ macht deutlich, dass an dieser Stelle zahlreiche Wege aus verschiedenen Richtungen zusammentreffen. Die Bezeichnung selbst ist schon alt und erscheint bereits in Quellen aus dem 18. Jahrhundert. Damals gab es natürlich noch nicht die Straße zwischen Wirme und Varste in ihrer heutigen Form. Im Gelände sind noch mehrere Hohlwegreste als Relikte der historischen Wege erkennbar. Wir folgen dem alten Höhenweg aus Hofolpe immer geradeaus weiter in Richtung Brachthausen und zum Schartenberg.

Brachthausen

Blick nach vorn auf BrachthausenAm Ortsrand von Brachthausen stoßen wir an einer Eiche auf eine Wegespinne und wandern halblinks weiter. An der Kirche in Brachthausen verlassen wir den markierten Weg, der über Asphaltstraßen zwar auch zum Hasenbahnhof führt und wandern am westlichen Ortsrand berghoch, bis wir oben auf den Hilchenbacher Höhenring stoßen. Hier verläuft die Grenze zwischen den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe, aber auch zwischen dem kurkölnischen Westfalen (Sauerland) und dem ehemaligen Fürstentum Siegen-Nassau (Siegerland). Wir halten uns links und wandern weiter auf dem Hilchenbacher Höhenring  bis zu einem hölzernen Prozessionskreuz unterhalb des Schartenberges. Entsprechend dem Wegezeiger verlassen wir den Höhenweg nach links bergab über den bereits erwähnten Kriegerweg zurück zur Gaststätte „Zum Hasenbahnhof“ (montags Ruhetag).

Wegpunkte der Rundwanderung um Brachthausen

Route der Rundwanderum Brachthausen

WP1 N51°01.6894 E008°05.6541, Wegezeiger am Hasenbahnhof
WP2 N51°01.8911 E008°05.6932, Wegedreieck, rechts abbiegen
WP3 N51°02.0640 E008°06.0623, Aussichtspunkt „Auf dem Höchsten“
WP4 N51°02.2491 E008°05.9514, Wegespinne Kriegerweg, weiter geradeaus
WP5 N51°02.6544 E008°05.0585, Gut Ahe
WP6 N51°02.7926 E008°03.8513, Wanderparkplatz „Wegescheid“
WP7 N51°02.0064 E008°04.6156, Wegespinne mit Eiche, Brachthausen
WP8 N51°01.4821 E008°05.7002, Hölzernes Kreuz am Schartenberg

Route Rundwanderung Brachthausen (gpx)
Fotos Rundwanderung Brachthausen

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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