Hansaweg (X9) – 6. Etappe

Panoramablick vom Berg Klüt auf Hameln

Von Aerzen nach Hameln

Anreise

Übernachtung unmittelbar am Etappenstart im Hotel Restaurant Waldquelle, Inh. Heinrich Garvens, Waldquelle 1, 31855 Aerzen. Nach Ende der 6. Etappe Rückfahrt mit dem Bus von Haltestelle Brückenkopf in Hameln nach Aerzen-Kirche.

Tourbeschreibung

Historischer Eingangsbogen zur Brunnenanlage am KlütturmDie sechste 12,2 km lange Etappe des Hansaweges führt von Aerzen zum Klütturm nach Hameln, wo das Ziel des Fernwanderweges erreicht wird. Nach einer Übernachtung im „Hotel-Restaurant Waldquelle“ führt der Weg an perfekt gecutteten „Greens“ des Hamelner Golfclubs bei Schloss Schwöbber vorbei. Über Felder geht es nun weiter; führt Sie durch Königsförde hin zum Waldrand. Vor dem Schullandheim Riepenburg führt ein Pfad in den Wald. Nun geht es noch einmal bergab vorbei an einigen Teichen, bevor die letzte Steigung zum Klütturm führt. Oben angekommen haben Sie den Endpunkt des Bushaltestelle Brückenkopf in HamelnHansaweges erreicht. Vom Turm aus blickt man auf die Rattenfängerstadt Hameln, die durch den Hauptwanderweg X E1 des Hannoverschen Wander- und Gebirgsvereins e. V. abwärts über ziemlich steilen Serpentinen erreicht werden kann. Eine weitere Übernachtung in der Waldquelle ist empfehlenswert, bevor Sie am nächsten Tag Ihre Heimreise antreten. Besuchen Sie vorher noch das Hamelner Museum, die Schauglasbläserei oder lassen Ihre Tour mit einer Weserschifffahrt ausklingen. Vielleicht begegnet Ihnen ja sogar noch der Rattenfänger persönlich.

Aerzen

Biergarten Landhotel WaldquelleDas Landhotel Waldquelle ist seit 1887 im Familienbesitz und dient in dieser schönen Region als Ort der Bewirtung, Gastlichkeit und Erholung. Die Waldquelle wurde nach Angaben der Familie Garvens zunächst als Ausschank, insbesondere für die Arbeiter der zwei Steinbrüche, vom Korbmacher Gerhard Rieke gegründet. Die erste Erweiterung, noch auf Pachtgrund, folgte schon bald. Nach Erwerb des Grundstückes dann der erste feste Anbau. Um 1930 taucht der Begriff Sommerfrische auf. Man war stolz, kaltes und warmes Wasser in den Zimmern Baumhäuser Landhotel Waldquelleanbieten zu können. Natürlich noch nicht als Dusche sondern nur am Waschbecken. 1979 erfolgt der Umbau zu einem modernen Hotelbetrieb mit zeitgemäßen Zimmern mit Bad, Toilettentrakt, große Küche, Kühl- und Gefrierraum. Seit Juli 2015 bescheren drei Baumhäuser ein besonderes Natur- und Übernachtungserlebnis zwischen Himmel und Erde. Die Waldquelle versteht sich als ökologisch ausgerichteter Betrieb, der die gemeinsame Verantwortung für die Umwelt sehr ernst nimmt.

Schloss Schwöbber bei Aerzen-KönigsfördeSchloss Schwöbber ist ein in den 1570er Jahren erbautes dreiflügeliges Wasserschloss bei Aerzen-Königsförde. Es ist einer der bedeutendsten Bauten der Weserrenaissance und war einst für seine Gartenanlagen berühmt. Ab etwa 1510 bis 1919 gehörte das Gut Schwöbber dem bekannten niedersächsischen Adelsgeschlecht derer von Münchhausen, dem auch der berühmte Lügenbaron entstammt. 1510 werden Stacius von Münchhausen, Pfandinhaber der Amtsburg Aerzen, sowie seine Brüder als Lehnsleute des St. Bonfatiusstifts zu Hameln mit Schloss Schwöbber bei Aerzen-Königsfördedrei Meierhöfen zu Schwöbber genannt. Stacius‘ vierter Sohn, Hilmar von Münchhausen, königlich spanischer Obrist im Dienste Philipps II., wurde als Söldnerführer zu einem der reichsten Männer seiner Zeit. Das um 1570 von Hilmar von Münchhausen erbaute Schloss Schwöbber gehört zu den großen Bauten der Weserrenaissance und ist auch weit über die Aerzener Grenzen hinaus bekannt. 1715 weilte gar Zar Peter der Große in Schwöbber. Ihn interessierte die damals größte Pflanzensammlung Europas und die Orangerie mit den Ananaspflanzen. Der Wappen der Herren von Münchhausen im Zugang zum Schloss Schwöbber bei Aerzen-Königsfördeenglische Garten, welches das Schloss umrahmt, war der älteste auf dem europäischen Kontinent und wird auch heute noch gern als Ort für einen Spaziergang oder ein Picknick gewählt. Nach einer aufwendigen Sanierung wurde das Schloss im Jahre 2004 als 5-Sterne Schlosshotel Münchhausen mit zwei sternegekrönten und stimmungsvollen Restaurants in Betrieb genommen. Schauen Sie gern einmal vorbei und lassen sich verwöhnen! Die Türen sind auch gern jederzeit für Wanderer geöffnet.

Hameln

KlütturmDer etwa 258 m hohe Berg Klüt erhebt sich über das Tal der Weser und gilt als Hausberg von Hameln. Die Kuppe des Klüts und der tiefer gelegene Bereich des Finkenborn dienen als Ausflugsziele der Naherholung. Der bewaldete Klüt gehört als Landschaftsschutzgebiet zum Stadtwald Hameln und wird forstlich genutzt. Auf der Kuppe befindet sich ein ziemlich großes Plateau mit verschiedenen Naherholungseinrichtungen. Dazu zählt der Klütturm als Aussichtsturm. Unterhalb des Turms befinden sich zwei Aussichtspunkte, von denen der Blick auf die Altstadt von Hameln mit der Weser und auf das mittlere Weserbergland fällt. Auf der Bergkuppe befindet sich der 2009 errichtete Neubau eines gastronomischen Betriebes mit Hotel an der Stelle des Klüthauses als Vorgängerbau.

Rattenfängerfigur in Klein BerkelWeltweite Bekanntheit erlangte Hameln durch die Rattenfängersage, die auf dem Auszug der Hämelschen Kinder im Jahre 1284 beruht. Als historischer Hintergrund ist anzunehmen, dass es junge Hamelner Bürger gewesen sind, die von adligen Territorialherren zur Ostkolonisation angeworben wurden. Daraus entwickelte sich später die Rattenfängersage. Die Datierung auf das Jahr 1284 geht auf das Spätmittelalter zurück. Der älteste Bericht hierzu stammt aus der Zeit zwischen den Jahren 1430 und 1450. Noch heute bezeichnet sich die Stadt Hameln offiziell als Rattenfängerstadt Hameln. Mit dem Rattenfänger als Symbolfigur ist Hameln auch Teil der Deutschen Märchenstraße.

Marktkirche St. Nicolai und Hochzeitshaus mit GlockenspielWahrscheinlich im 13. Jahrhundert entstand die Hamelner Stadtbefestigung als eine umgebende, etwa 9 Meter hohe Stadtmauer mit Mauertürmen und Stadttoren zum Schutz vor Angriffen. Als äußerer Schutzring diente die im 14. Jahrhundert entstandene Hamelner Landwehr. 1426 wurde Hameln Mitglied der Hanse, welcher es bis 1572 angehörte. 1540 wurde die Reformation eingeführt. Im 16. Jahrhundert erfolgte ein wirtschaftlicher Aufstieg, der bis zum Dreißigjährigen Krieg anhielt. Im Wettstreit der reichen Kaufmannschaft mit dem Landadel entstanden in dieser Zeit die prächtigen Bauten der Weserrenaissance, die das Stadtbild noch heute in Historische Altstadtder historischen Altstadt schmücken. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges besetzte 1625 König Christian IV. von Dänemark als Kriegsoberst des Niedersächsischen Reichskreises die Stadt; ihm folgte 1626 der kaiserliche Feldherr Tilly. Die kaiserliche Besatzung von Hameln währte bis 1633, als Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg und schwedische Truppen die Stadt ab März 1633 belagerten, in der sich die kaiserlichen Besatzungstruppen aufhielten. Nach der Niederlage eines kaiserlichen Entsatzheeres in der Schlacht bei Hessisch-Oldendorf kapitulierten die Kaiserlichen in Hameln am 3. Juli 1633 vor dem Herzog.

Historische AltstadtIm Jahr 1664 begann der Ausbau der Stadt zur welfischen Haupt- und Prinzipalfestung. Der erste Bauabschnitt der Festung Hameln galt 1684 als abgeschlossen. 1664 bis 1668 wurde die Stadt mit sternförmigen Bastionen umgeben. Im Jahr 1690 wurden durch herzogliches Privileg in Hameln Hugenotten angesiedelt. 1734 wurde auf dem Werder bei Hameln die erste in staatlicher Regie errichtete Weserschleuse in Betrieb genommen, die den Schiffern bei der Überwindung des berüchtigten Hamelner Loches half. Nach dem Tod von König Georg II. von Großbritannien-Hannover 1760 wurde noch während des Siebenjährigen Krieges unter seinem Nachfolger König Georg III. die Festung Hameln durch die Befestigungsanlagen auf dem Klüt verstärkt. Damit wurde Hameln zur uneinnehmbaren Festung des damaligen Kurfürstentums Hannover.

Wegpunkte Hansaweg (X9) – 6. Etappe

Route Hansaweg (X9) – 6. Etappe

WP28   N52°03.5549 E009°15.6337,   Waldquelle
WP29   N52°04.0939 E009°15.0748,   Schloss Schwöbber
WP30   N52°05.8254 E009°19.3677,   Forsthaus Finkenborn
WP31   N52°05.7219 E009°20.3023,   Etappenende Klütturm
WP32   N52°06.0367 E009°20.9302,   Bushaltestelle Brückenkopf

Route Hansaweg (X9) – 6. Etappe (gpx)
Fotoalbum Hansaweg (X9) – 6. Etappe (Flickr)
Flyer Historischer Stadtrundgang Hameln (pdf)

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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