Hansaweg (X9) – 2. Etappe

Blick auf Hollenstein

Von Bad Salzuflen nach Lemgo

Anreise

Nach Übernachtung im Hotel „Gasthof Lallmann“, Zur Maibolte 84, 32657 Lemgo, mit dem Pkw zum Etappenende Haltestelle Quelle an der Einmündung des Wacholderwegs in die Rintelner Straße. Parkmöglichkeiten vorhanden (GPS-Eingabe: N52°02’42″ E8°54’13″). Zum Etappenstart Weiterfahrt mit dem Bus über Lemgo nach Bad Salzuflen.

Tourbeschreibung

Blick vom Vierenberg auf HollensteinDie zweite Etappe des Hansaweges führt vom zertifizierten Kneipp-Kurort Bad Salzuflen zur Hansestadt Lemgo. Verlassen Sie den Kurpark und wandern Sie zunächst auf schmalen Pfaden, die sich durch eine Parklandschaft und einem Teich vorbei schlängeln. Der Weg führt anschließend ein kurzes Stück an einer Straße entlang, bevor er in einen lichten Buchenwald einbiegt und ab hier stetig bergauf und bergab führt. Auf dieser Etappe können Sie auch schon bald den zweiten Bismarckturm entlang des Hansaweges entdecken. Schöne Pfade im Wald wechseln sich ab mit asphaltierten Wirtschaftswegen. Nach ca. 15,3 Kilometern endet die Der Hansaweg (X9) am Großen Bergzweite Tages-Etappe des Hansaweges am Stadtrand von Lemgo. Wer in Lemgo übernachten will, hat noch gut zwei bis drei Kilometer hinab in die Stadt vor sich. Aber dafür steht der am Etappenende bereit gestellte Pkw zur Verfügung. Ein Abstecher ist in jedem Fall lohnenswert. Die Altstadt ist absolut sehenswert. Das Hexenbürgermeisterhaus informiert über Lemgos Stadtgeschichte und im Museum Junkerhaus können Sie die Kunst des Lemgoer Künstlers Karl Junker bewundern. Weitere Sehenswürdigkeiten sowie das gastronomische Angebot laden zum Verweilen ein.

Bad Salzuflen

WildgehegeWer den Kurpark in Richtung Norden verlässt, findet sich im Landschaftsgarten wieder. Der Landschaftsgarten ist im Stil englischer Parks angelegt und wird von weiten Rasenflächen, Einzelbäumen, Baumgruppen, Raumfolgen und Blickfenstern geprägt. Er zeigt sich nach den vielen Jahren des Wachsens, der Entwicklung und der Pflege als besonders gelungenes Werk der Gartenkunst. Die Rasenflächen dürfen hier wie auch im Kurpark betreten und genutzt werden. Seit einigen Jahren sind hier Weidenbauwerke zu finden, lebendige Skulpturen, die die Blicke auf sich ziehen. Die Wasserwege Salze und Salzekanal durchziehen ihn. Am nördlichen Rand des Landschaftsgartens haben Tiere ihr Refugium. Das große Wildgehege beherbergt etwa 50 Stück Damwild, und rund 15 Kamerunschafe.

Altstraße Frankfurter WegAn der Alten Vlothoer Straße steht der sogenannte Stumpfe Turm. Vermutlich wurde er in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Wartturm an der Salzufler Landwehr erbaut. Die Salzufler Landwehr markierte ursprünglich die Grenze der städtischen Gemarkung; sie geht bis in das späte Mittelalter zurück und diente dem Schutz vor unerwünschten Gästen. Seit dem frühen Mittelalter wurde in „Salz-Uffeln“ Salz gewonnen und mit Kiepen auf dem Rücken oder mit Frachtkutschen zu den Abnehmern transportiert. Der Hansaweg (X9) verläuft über weite Stecken auf der Trasse einer sogenannten Altstraße, dem Frankfurter Weg. Als Frankfurter Weg wurde seit dem Altstraße Frankfurter Weg17. Jahrhundert die ehemalige Via Regia aus dem Raum Frankfurt am Main über Paderborn und Minden nach Bremen bezeichnet. Er verband damit die Gebiete des Rheins und des Mains mit denen der Weser und der Nordsee. Bereits im Altertum war sie als Zinnstraße und als eine der Bernsteinstraßen bekannt. Die Herforder Straße kreuzte die westliche Route des Frankfurter Weges in Exter und nahm dort auch eine Straße vom wichtigen Weserhafen Vlotho auf, über den große Teile des Handels der Hansestadt Herford abgewickelt wurden.

Bismarckturm auf dem VierenbergDer 18 Meter hohe Bismarckturm auf dem Vierenberg oberhalb von Hollenstein entstand nach einem Entwurf des Baurates Böhmer aus Detmold. Der erste Spatenstich erfolgte am 1. April 1900, dem Geburtstag Otto von Bismarcks. Amtshauptmann Theodor Heldman hielt vor ungefähr eintausend Mitgliedern der aus dem Amtsbezirk erschienen Gesangs-, Turner- und Kriegervereine die Festrede. Ein halbes Jahr später, am 14. Oktober 1900, dem Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, wurde der aus behauenem Sandstein und Ziegeln erbaute Turm eingeweiht. Die Baukosten betrugen 12.000 Goldmark; davon wurden unter anderem 8.000 Mark durch einen „Jahrmarkt zum Besten des Fonds für den Bismarckthurm“ eingebracht und ein Teil von den Hoffmann’s Stärkefabriken gespendet.

Blick von der Römerstraße auf die WaldkircheDie Kirche zu Bergkirchen liegt malerisch mitten im Wald auf einer Hügelkette zwischen dem Staatsbad Salzuflen und der Alten Hansestadt Lemgo. Fernab von der Hektik des Alltags strahlt sie zu jeder Jahreszeit ihre Besonderheit aus. Durch die einmalige Lage und Schönheit der Waldkirche fühlen sich viele Gäste angezogen. Die kleine Gemeinde Bergkirchen hat ihren Ursprung in der evangelisch-lutherischen Erweckungsbewegung Minden-Ravensberg. Nach der Gemeindegründung im Jahre 1850 wurde noch im gleichen Jahr die Kirche in einer Waldlichtung „auf dem Berge“ (Eikberg) errichtet. Die im Fachwerkstil erbaute Kirche ist mit ihrem Satteldach und dem rechteckigen Grundriss ähnlich gestaltet wie ein größeres Bauernhaus. Der erst im Jahre 1901 angebaute, steinerne Kirchturm ist im neuromanischen Stil gestaltet. Seit 1987 steht das Kirchengebäude unter Denkmalschutz.

Alte Hansestadt Lemgo

EntrupGeologisch gehört Entrup, der erste größere Lemgoer Ortsteil am Hansaweg (X9), den Ausläufern des lippischen Flachhügellandes und der Bachlauf der Ilse entspricht der Grenze zwischen dem Flachhügelland und dem Lippischen Bergland. In einem Talkessel beiderseits der zumeist in südlicher Richtung fließenden Ilse errichteten die ersten Bewohner Entrups ihre Anwesen. Entrup wurde erstmals im Jahr 1151 unter dem Namen Eginthorpe urkundlich erwähnt. Um 1530 war Johann Thorn Grundherr über die Entruper Bauern. Er vertrieb vor 1532 zwei Bauern, um ein Rittergut in Entrup zu errichten. 1812 wurde der Besitz parzelliert und von mehreren Bauern erworben. Vom einstigen Rittergut übrig geblieben ist lediglich das Hohe Haus, ein früheres Wirtschaftsgebäude. Im Ort befinden sich mehrere gut erhaltene Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

HexenbürgermeisterhausLemgo wurde 1190 an einem Kreuzungspunkt wichtiger Handelswege als Planstadt durch die Herren zu Lippe gegründet. Nachdem Lemgo 1245 das Stadtrecht erworben hatte und das Wandschneiderprivileg dem Gewerbe Vorrechte einräumte, beantragte die Stadt 1295 die Aufnahme in den Hansebund. Doch erst 1324 wurde sie als Hansestadt aufgenommen. Lemgo verband sich daraufhin im sogenannten Kölner Quartier mit den Städten Herford und Bielefeld, um Handel mit Tuchen, Garnen und Leinen zu treiben. Die Handelsbeziehungen der Lemgoer Kaufleute führten über Lübeck bis Visby, Stockholm und Turku in Skandinavien sowie über Bremen und Elberfeld nach Flandern. Zudem spielte die Stadt eine gewisse Rolle bei Landfriedensbündnissen, vor Lemgoer Marktplatzallem, um den Fernhandel zu sichern, und sie nahm in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts auch an Tagfahrten der Hanse teil. Ähnlich wie Lippstadt wurde Lemgo nach einem Dreistraßenschema angelegt und musste schon um 1265 aufgrund seines wirtschaftlichen Erfolgs durch die Anlage der Neustadt erweitert werden. Diese lag südlich der Altstadt in der feuchten Begaaue und wurde in einem Zweistraßensystem angelegt. Zunächst selbständig war die stärker handwerklich geprägte Neustadt durch Markierungen von der Altstadt getrennt, bevor beide Stadtteile 1365 vereinigt und mit einem gemeinsamen Graben und Wall gesichert wurden. So ist das Straßensystem aus fünf in Ost-West-Richtung verlaufenden Straßen, die durch eine Nord-Süd-Achse verbunden sind, entstanden. Dies gilt als einzigartig im gesamten Raum Lippe und Ostwestfalen.

Wegpunkte Hansaweg (X9) – 2. Etappe

Route Hansaweg (X9) – 2. Etappe

WP06   N52°05.8414 E008°45.2482,   Etappenbeginn Landschaftsgarten
WP07   N52°05.1729 E008°47.7265,   Bismarckturm Vierenberg
WP08   N52°04.7473 E008°49.0978,   Waldkirche Bergkirchen
WP09   N52°03.0298 E008°52.9827,   Touristeninformation Entrup
WP10   N52°02.7050 E008°54.1979,   Etappenende Wacholderweg/Rintelner Straße

Route Hansaweg (X9) – 2. Etappe (gpx)
Fotoalbum Hansaweg (X9) – 2. Etappe (Flickr)
Stadtplan Lemgo (pdf)

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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2 Antworten auf Hansaweg (X9) – 2. Etappe

  1. Gerlinde Bartels sagt:

    Ich bin heute einen Teil der Etappe, und zwar von Bergkirchen bis kurz vor Entrup und zurück, gelaufen. Auf der Wanderkarte war mehrfach die Bezeichnung „Römerstraße “ zu finden, wohl für die alte Handelsstraße, die Sie erwähnen. Woher kommt dieser Name? Sind die Römer wirklich dort langgezogen und woher weiß man das? Eine sehr schöne Strecke und Dank für Ihre Bilder und Kommentare.

    • Dieter sagt:

      Hallo Frau Bartels,
      die besagte Straße heißt laut den vorhandenen Straßenschildern tatsächlich „Römerstraße“. Mittelalterliche Hohlwegspuren sind noch vorhanden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie von den Römern angelegt wurde oder von den Legionen des Varus benutzt wurde. Bei der Entstehung der dortigen Ortschaften um das Jahr 1100 n. Chr. wird sie aber vermutlich als alter Handelsweg zwischen Vlotho bzw. Herford und Lemgo bereits vorhanden gewesen sein. Die damaligen Siedler haben die vorhandene alte Straße fälschlicherweise auf die Römer zurückgeführt. Auch im Bergischen Land trägt eine alte Handels- und Heerstraße zwischen Polen, Leipzig, Marburg, Köln (alte Brüderstraße) und weiter bis nach Flandern und England, den Namen „Römerstraße“, obwohl auch sie nicht von den Römern angelegt wurde. Die bekannte Altstraße Hellweg führt auch durch das Lipperland. Ggf. handelt es sich bei der „Römerstraße“ lediglich um einen Zuweg zum Hellweg. Übrigens sind die Altstraßen häufig sehr alt und wurden in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung bereits von den Kelten benutzt!
      Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2017.
      Mit freundlichen Grüßen
      Dieter Steffmann

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