Hansaweg (X9) – 1. Etappe

 Der Salzhof in Bad SalzuflenVon Herford nach Bad Salzuflen

Herforder BahnhofDer Hansaweg (Markierung X9) ist ein 72 Kilometer langer Fernwanderweg, der seit mehr als 80 Jahren die ostwestfälische Stadt Herford mit der niedersächsischen Stadt Hameln verbindet. Betreut wird der Hansaweg durch die Mitglieder des Teutoburger-Wald-Vereins. Am Herforder Bahnhof beginnend führt der Weg über Bad Salzuflen, den Vierenberg mit Bismarckturm, Lemgo, Hillentrup (Gemeinde Dörentrup) zur Burg Sternberg. Weiter verläuft er über Bösingfeld (Gemeinde Extertal) und die Hohe Asch zur Landesgrenze nach Niedersachsen und in die Rattenfängerstadt an der Weser. Das Ziel des Hansawegs ist der Bahnhof Hameln. Den Wanderer führt der Weg aus dem Ravensberger Hügelland durch das Lipper Bergland in das Weserbergland.

Anreise

Anfahrt mit dem Pkw zum Bahnhof Herford. Parkmöglichkeiten sind auf dem Marta-Areal vorhanden. Nach Ende der 1. Etappe mit Bus/Bahn Rückkehr nach Herford und Weiterfahrt mit dem Pkw zum Hotel „Gasthof Lallmann“, Zur Maibolte 84, 32657 Lemgo, oder zu einer anderen Unterkunft Ihrer Wahl.

Tourbeschreibung

Steinmeyers BiergartenEinstiegspunkt des Hansaweges ist der Herforder Bahnhof. Besuchen Sie, bevor Sie sich auf die 10,5 km lange erste Etappe nach Bad Salzuflen begeben, das berühmte Herforder Museum Marta unweit des Bahnhofs. Allein die Architektur des Gebäudes ist einen Besuch wert. Durch Herford verläuft der Hansaweg nun zunächst von Parkanlage zu Parkanlage. Links rauscht die Werre, rechts reiht sich Gründervilla an Spätklassizismus. Der Wanderer wechselt über eine Brücke auf die andere Werreseite und läuft vorbei am Freizeitbad bis zur Eisenbahnbrücke. Nun verläuft der Weg vorbei an Sportplätzen, schlängelt sich entlang eines kleinen Baches durch eine Grünanlage zwischen Mehrfamilienhäusern bis die Bebauung schließlich zurückbleibt. Nehmen Sie in Steinmeyers Biergarten eine kleine Stärkung zu sich, bevor der einzig ernsthafte Aufstieg der Etappe hoch zum Bismarckturm folgt. Ab hier führt der Weg leicht bergab zurück in den Wald. Weiter auf dem Weg, nach Überquerung einer Autobahnbrücke, verwandelt sich der Wald in eine Parklandschaft mit Bächlein und Tümpeln und wird schließlich zum Kurpark Bad Salzuflens. Hier ist das Ziel der ersten Tages-Etappe erreicht und das Erlebnisgradierwerk mitten in der Stadt und die VitaSol- Therme laden zum entspannten Ausklang des ersten Wandertages auf dem Hansaweg ein.

Hansestadt Herford

Die Werre am LübbertorInmitten des Ravensberger Hügellandes zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge liegt am Zusammenfluss von Werre und Aa eine der ältesten Städte Westfalens. Das Mündungsgebiet der Flüsse Aa und Werre zog die Menschen bereits seit der Jungsteinzeit als Siedlungsplatz an. Die überflutungsfreien Geländeterrassen in der Nähe des überlebenswichtigen Wassers machten diesen Ort ebenso begehrt wie seine natürlichen Flussübergänge. Sie lagen verkehrstechnisch und strategisch vorteilhaft im Schnittpunkte alter Heer- und Handelstraßen.

Marta HerfordDas „Marta Herford“ ist ein Museum für zeitgenössische Kunst, das auch Verbindungen zu Design und Architektur herstellt. Das Gebäude wurde vom Architekten Frank Gehry entworfen und am 7. Mai 2005 eröffnet. Gründungsdirektor war der Belgier Jan Hoet. Seit Anfang 2009 leitet Roland Nachtigäller als Künstlerischer Direktor das Museum. Der ursprüngliche Name MARTa setzte sich aus m für Museum, art = Kunst und a für Ambiente bzw. Architektur zusammen. Seit 2015 trägt das Museum die Bezeichnung Marta. Der Museumsbau aus rotem Klinkerstein und Edelstahl erinnert an eine riesige Skulptur. Es ist asymmetrisch erbaut und hat zur Straßenseite keinerlei Fenster. Zusammengesetzt ist der Bau aus vielen konvexen und konkaven Bauteilen mit gewellt ansteigenden Dächern. Darin sind Lichtschächte eingearbeitet, die das Innere des Museums erhellen.

Schiller-DenkmalGanz in der Nähe des Wilhelmsplatzes an der Schillerstraße steht eine Büste des großen deutschen Dichters Friedrich Schiller auf einem hohen Sockel aus Sandstein. Als das Denkmal am 9. Mai 1905 anlässlich des 100. Todestages eingeweiht wurde, stand es noch als Teil einer gärtnerischen Anlage in unmittelbarerer Nähe zum Wilhelmsplatz. Die bronzene Büste selbst war auf einen Sockel mit weit ausladenden Volutenbändern montiert. Herfords „Schiller-Kopf“ ist keine Einzelarbeit, sondern der fertige Abguss eines alten Gipsmodells des Künstlers Johann Heinrich von Dannecker (1758-1841) aus dem Jahr 1837 – auf dem Kunstmarkt gekauft. Anfang 1940 wurde die Büste demontiert und als Metallspende nach Hamburg gebracht. Dort schmolz man sie jedoch nicht ein. Nachdem sie 1951 auf einem Schrottplatz entdeckt worden war, kaufte der „Herforder Verschönerungsverein“ die Büste, um sie wieder in Herford aufzustellen. Es vergingen noch fünf Jahre, ehe die Büste von Friedrich Schiller auf ihrem neuen Sockel in der Nähe ihres alten Aufstellungsortes eingeweiht werden konnte.

Wittekind-DenkmalAuf dem Wilhelmsplatz in Herford steht heute das Wittekind-Denkmal, das einzige Denkmal des Widukinds, Herzogs der Sachsen, in Deutschland. Das Denkmal wurde vom Bildhauer Heinrich Wefing geschaffen. Das Fundament ist im Spätherbst 1897 gelegt worden und am 28. Juni 1899 wurde das Wittekind-Denkmal eingeweiht. Das Denkmal zeigt den sagenhaften Augenblick, in dem der Sachsenherzog, halb verdurstet, den Christengott um Hilfe bittet. Am 25. Juni 1942 wurde das Wittekind-Denkmal zum Einschmelzen abgebaut. Die Aufgabe der Wiederbeschaffung eines Wittekind-Denkmals übernahm der am 1. Februar 1956 gegründete „Denkmalverein Wittekind e. V.“. Der Denkmalverein beauftragte im Februar 1956 den Herforder Bildhauer Walter Kruse. Das neue Denkmal wurde in August des gleichen Jahres fertig gestellt und am 25. August der 42 Zentner schwere Wittekind nach Herford gebracht und am 30. August 1956 wurde das neu errichtete Denkmal feierlich eingeweiht.

PetrikircheSeit 1692 gibt es in Herford eine reformierte Gemeinde, die von den Schweizer Reformatoren Ulrich Zwingli und Johannes Calvin geprägt ist. Zunächst fanden die reformierten Gottesdienste auf dem Gebiet des Herforder Frauenstiftes statt, da die damaligen Äbtissinnen dem reformierten Bekenntnis zugetan waren. Im Jahr 1692 gestand Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, der spätere König Friedrich I. von Preußen, auch den Reformierten in der Stadt das Recht zur öffentlichen Religionsausübung zu. Die Petrikirche ist die einzige evangelisch-reformierte Kirche der Stadt Herford und der erste Kirchenbau der Stadt, der als evangelische Kirche errichtet wurde. Sie entstand in den Jahren 1901–1902. Die vorher erbauten heutigen evangelischen Kirchen Münster, Johannis, Marien und Jakobi wurden nach der Reformation evangelisch. Die Petrikirche ist ein im Stil des 14. Jahrhunderts gehaltener Zentralbau mit kreuzförmigem Grundriss. Für die Architektur war Hugo Schneider, Architekt und Professor der Königlichen Kunstakademie in Kassel, verantwortlich. Die Petrikirche bietet etwa 450 Personen Platz. Der Turm ist 46 Meter hoch und hat unterhalb des Helms eine ringsherum führend Galerie, die an besonderen Tagen begehbar ist

Straße HollandDie kleine Straße Holland hat ihren Namen seit 1886. Er lässt sich entweder aus dem alten Flurnamen up dem Holtland (Holzland) oder aus dem Wort Holand für hohes Land ableiten. Letzteres lässt auf eine in alten Zeiten angeschwemmte flutfreie Erhebung schließen. Der Flurname lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. An der Straße liegt mit der „Holland-Schänke“ eine der ältesten Herforder Gaststätten. Im September 1884 wurde dort ein Gemischtwarenladen mit Ausschank eröffnet. Die Gaststätte hatte zunächst den Namen „Neutraler Staat“, der 1938, als der Kolonialwarenladen geschlossen wurde, in „Holland-Schänke“ geändert wurde.

Neuer MarktDer Neue Markt als Zentrum der Herforder Neustadt ist einer der schönsten Herforder Plätze und geprägt von Fachwerk- und Renaissancearchitektur. Der Brunnen von 1599 zeigt einen Ritter mit Banner und Schild der freien Reichsstadt Herford. Der um 1830 von der Stadt verkaufte Brunnen wurde 1962 am alten Standort wieder aufgebaut. Das 1560 erbaute Wulfert-Haus besitzt einen Giebel im Stil der Lippe-Renaissance und verdeutlicht das Selbstbewusstsein des Herforder Kaufmanns- und Bürgertums. Das am Neuen Markt stehende ehemalige Rathaus der bis 1634 selbstständigen Neustadt ist ein steinernes Giebelhaus mit mittelalterlichem Kern. Sein 1930 abgerissener Schaugiebel aus der Zeit der Weserrenaissance wurde 1988/89 rekonstruiert.

Herforder BismarckturmDer Bismarckturm ist ein 1906 erbauter Aussichtsturm östlich der Stadt Herford auf dem Stuckenberg. Die Höhe des Turms beträgt exakt 23,33 Meter. An gleicher Stelle sollte bereits 1887 ein Aussichtsturm errichtet werden, dieses Projekt wurde nicht verwirklicht. Im Jahr 1904 wurde durch Herforder Bürger erneut der Bau eines Turmes in Angriff genommen. Nach einem Spendenaufruf war im Jahr 1905 ausreichend Geld gesammelt, um die Errichtung konkret ins Auge zu fassen. Ein Aspekt der Planung war, dass vom Turm aus der Bismarckturm Porta Westfalica auf dem Jakobsberg in Porta Westfalica sichtbar sein sollte.

Historische Altstadt Bad Salzuflen

Häuser am SalzhofSalzuflen gehört zu den ältesten Salzgewinnungsstätten im deutsch-sprachigen Raum. Zwischen 1036 und 1051 schenkte der Paderborner Bischof Rotho dem Kloster Abdinghof eine Salzstätte in Uflen („locum salis in Uflon“). 1488 erhielt Salzuflen durch den lippischen Landesherrn Bernhard VII. die Stadtrechte. Da Salzuflen das Salzmonopol in Lippe besaß und der Handel mit dem weißen Gold auch über die Landesgrenzen hinaus florierte, gelangte der Ort zu bemerkenswertem Reichtum. Vom Wohlstand der Salzufler Bürgerschaft im 16. und frühen 17. Jahrhundert zeugen noch heute die vielen im Stil der Renaissance Blick auf die Salzeerrichteten Bauten in der historischen Altstadt. Als Medizinalrat Dr. Heinrich Hasse 1817 die Einrichtung einer Badeanstalt beantragte, begann der Aufschwung als Badeort. Bereits im folgenden Jahr wurde der Badebetrieb aufgenommen. Der attraktive Stadtkern fügt heute alt und neu harmonisch zusammen: Eine weitläufige Fußgängerzone führt an den alten Bürgerhäusern vorbei, Geschäfte, Boutiquen, Restaurants und Cafés laden zum Einkaufen und Genießen ein. Über der Altstadt erheben sich die Bad Salzufler Kirchen. Der Salzhof, die „gute Stube“ der Stadt, erzählt von der Salzgewinnung in früheren Zeiten und beherbergt heute Markt und Stadtfeste. Und mitten durch die Stadt fließt die Salze, von Grün umgeben.

GradierwerkDas Gradierwerk mit der Aufschrift „Bad Salzuflen Thermalbad“ ist eines der Wahrzeichen der Stadt und das längste von insgesamt drei Gradierwerken. Die Wände bestehen aus aufgeschichteten Schwarzdornballen, über die in der frostfreien Zeit Sole geleitet wird. Selbige rieselt an den Wänden herab, zerstäubt an dem fein verzweigten Schwarzdorn und sorgt im Nahbereich der Gradierwerke für ein meerähnliches Klima. Die Gradierwerke in Bad Salzuflen werden oft fälschlich Saline genannt. Im ursprünglichen Sinn wurden die Anlage dazu genutzt, Salz zu gewinnen. Aus der natürlich 8-prozentigen Sole wurden über dieses Verfahren 24 kg Salz aus 100 Liter Sole gewonnen. Die Salzgewinnung wurde im Jahr 1945 eingestellt. Heute ist das Gradierwerk für seine um sich herum verbreitete gute Luft zum Anziehungspunkt geworden

FußgängerzoneDie Fußgängerzone wurde Mitte der 1970er Jahre angelegt und in den Jahren 2013 bis 2015 grundlegend modernisiert. Besonders sehenswert ist das Fachwerkhaus Lange Straße 33, erbaut im Jahre 1612. Der Giebel des Hauses könnte als Lehrbuch für den Rosettenschmuck an Fachwerkfassaden dienen. Die Paulinenquelle und alle anderen Salzufler Solequellen werden aus der in etwa 1300 Meter Tiefe gelegenen Zechsteinformation gespeist; genutzt werden die Quellen heute ausschließlich für den Kur- und Badebetrieb.

Häuser am MarktplatzDen historischen Marktplatz säumen reihum Gebäude, die überwiegend im 16. Jahrhundert entstanden sind und noch heute vom großen, auf dem Handel mit Salz basierenden, wirtschaftlichen Wohlstand der Stadt in der Renaissancezeit künden. Das 1564 von Bürgermeister Johann Barkhausen erbaute Haus Am Markt 34 zählt zu den prächtigsten Beispielen der Baukunst der Weserrenaissance. Bemerkenswert ist vor allem der um 1590 entstandene fünfgeschossige Giebel, dessen Fläche durch die Vielzahl der zwischen Pilastern eingefügten Rundbogenfenster aufgelöst erscheint. Das Haus Am Markt 32 wurde 1530/31 von Historisches „Rathhaus“Bürgermeister Jobst Gießenbier erbaut; Ähnlichkeiten in der Fassadengestaltung mit dem gegenüberliegenden Rathaus sind unübersehbar. Sehenswert ist der Adam & Eva-Reliefstein über dem Eingang des Hauses. Das historische „Rathhaus“ gilt als herausragendes Monument der wirtschaftlichen Blütezeit der Stadt. Es handelt sich um einen zweigeschossigen spätgotischen Bruchsteinbau, der in den Jahren 1545-1547 erbaut wurde. Der prächtige Renaissancegiebel ist das Ergebnis einer „Modernisierung“ in den 1580er Jahren; der Treppenvorbau wurde 1859/60 angelegt. Genutzt wurde das Rathaus für Verwaltungs- und Repräsentationszwecke sowie für Ratssitzungen und Gerichtsverhandlungen

Wegpunkte Hansaweg (X9) – 1. Etappe

Route 1. Etappe Hansaweg (X9)

WP01   N52°07.1169 E008°40.2725,   Wittekind-Denkmal
WP02   N52°06.9815 E008°40.4820,   Neuer Markt
WP03   N52°07.2329 E008°42.9761,   Bismarckturm Stuckenberg
WP04   N52°06.5726 E008°43.8774,   Brücke über Autobahn A2
WP05   N52°05.8414 E008°45.2482,   Etappenende Extersche Straße

Route Hansaweg (X9) – 1. Etappe (gpx)
Fotoalbum Hansaweg (X9) – 1. Etappe (Flickr)
Stadtplan Bad Salzuflen (pdf)

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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