Dreiherrensteinweg Buchholz

Blick von Jungeroth auf Buchholz

Mit der Kamera unterwegs im Asbacher Land

Anfahrt mit dem Pkw zum Parkplatz bei der Katholischen Pfarrkirche St. Pantaleon in 53567 Buchholz/Westerwald (Navi-Eingabe N50°41’21″ E7°23’45″).

Tourbeschreibung

Wegweiser und Touristeninformation am Druden-BornBuchholz ist unser Ausgangspunkt zu dieser mit B2 beschilderten 12,8 km langen Rundwanderung auf Feld- und Waldwegen durch das schöne Asbacher Land im Rheinischen Westerwald. Der „Dreiherrensteinweg“ leitet uns in das Gebiet nördlich von Buchholz. Dazu starten wir an der Kirche in Buchholz, verlassen nach wenigen Metern den Ort und wandern bald über freies Feld, später durch ein kleines Waldstück, bis nach Oberscheid. Im Ort geht es vorbei an einer Kapelle mit Rastplatz und bald wieder durch offene Landschaft, mal links, mal rechts, zum „Druden-Born“, der schön eingefassten Quelle des Hanfbachs. Wenig später erreichen wir auf historischem Boden das Denkmal der Schlacht bei Kircheib, einen mächtigen künstlichen Basaltkegel mit Rastplatz und Weiher, bevor es über die Bundesstraße 8 hinweg geht und wir einen alten Grenzstein passieren, der die Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen markiert. Nächstes Ziel ist der Namensgeber dieser Wanderung, der Dreiherrenstein. Der imposante Basaltkegel informiert über die ehemaligen und aktuellen Grenzverläufe an dieser Stelle. Von hier aus wandern wir weiter nach Meisenbach, wo eine schöne kleine Kapelle auf Erkundung wartet. Nochmals über die Bundesstraße hinweg, und über Irmeroth und Mendt wandernd, erreichen wir das romantische Hanfbachtal. Wir überqueren den kleinen Hanfbach und wandern aufwärts, vorbei an einigen Fischteichen am Wegesrand, auch schon wieder zurück zum Parkplatz an der Kirche.

Buchholz

Katholische Pfarrkirche St. Pantaleon in BuchholzBuchholz liegt im äußersten Norden von Rheinland-Pfalz an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen am Rand des Westerwaldes. Nördlich von Buchholz verläuft die Bundesstraße 8. Frühe Erwähnungen Buchholz finden sich unter den Namen Bouhols (1590), Crütz zu Buchols (1591), Boichholts (1592), tzo Bucholtz (1596). Im 17. Jahrhundert wird Buchholz meist nur in Verbindung mit und nach der Kapelle des Heiligen Creuzes Buchholz genannt. Buchholz bestand zu dieser Zeit aus nicht mehr als einer Kapelle und einem Wohnhaus. Selbst der erste bekannte Kapellenknecht (1654–1660) stammte aus Solscheid, einem unmittelbar angrenzenden Wohnplatz. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Buchholz nur von einer Familie Wegkreuz an der Mendter Straße im Ortsteil Oberscheidbewohnt. Buchholz entwickelte sich mit dem beginnenden 18. Jahrhundert zum Dorf. Die Bevölkerungszahl nahm stetig zu und mit ihr der Wunsch nach Eigenständigkeit.  Im Jahr 1787 wurde Buchholz zu einem selbstständigen Seelsorgebezirk ernannt. Neben der Vergrößerung des Kapellenbaues wurde nun auch erstmals eine Schule in Buchholz eingerichtet.  Denn schon am 10. Juli 1835 wurde Buchholz durch das Erzbistum Köln mit allen Rechten und Pflichten in den Stand einer eigenständigen Pfarre erhoben. Mit 1800 Pfarrangehörigen war 1859 die alten Kapellen mit Platz bei weitem zu klein und so wurde am 12. Juni 1862 der Grundstein für eine neue Pfarrkirche gelegt. Bereits hundert Jahre später musste die Kirche aber wieder Das Hanfbachtal westlich von Mendtabgerissen werden, da beim Bau salpeterhaltiger Buchholzer Sand verwendet wurde und die Kirche stark einsturzgefährdet war. Die Abbrucharbeiten begannen am 11. Juni 1971 und die Grundsteinlegung für die neue Kirche wurde am 24. Oktober 1971, die Konsekration am 28. Juli 1973, den Vorabend der Pantaleonkirmes feierlich begangen. Wahrzeichen von Buchholz ist der Kirchturm von St. Pantaleon, der ca. 44 m hoch ist. Sichtbar von fast allen 22 Ortschaften der Gemeinde, steht er mit seiner Vierzehn-Nothelfer-Kapelle seit 130 Jahren für Tradition. Die neue Kirche von 1972 verbindet Neues mit Altem. Der Besucher findet dort schöne Zeugnisse künstlerischen Schaffens. Bedeutend sind die Reliefs des Taufbrunnens aus Maria Laach, eine in Stein gehauene Geschichte der Erlösung.

Druden-Born

Der Druden-Born Der Legende nach soll im frühen Mittelalter ein Priester der Kapelle in Ütgenbach von einer Drude (in der altdeutschen Vorstellung eigentlich Jungfrau und Priesterin) während einer Messe beleidigt worden sein, woraufhin dieser die Drude aus seiner Kapelle warf. Vor dem Gotteshaus fluchte die Drude teuflisch und verhexte den Priester. Ab diesem Zeitpunkt litt der Priester an Krankheit und Schlaflosigkeit. Er lag danieder und es ging mit ihm immer weiter bergab. Mitglieder der Gemeinde brachten dem Priester Wasser von der Hanfbachquelle, weil diese zur damaligen Zeit bekannt dafür war, das sie heilendes Wasser ausschütte. Bald ging es dem Priester wieder besser und er wurde wieder gesund. Im Jahre 1567 wird die Quelle als „Druden-Born“ erstmals bei der Grenzbegehung der Irmerother Bitze erwähnt. 400 Jahre später wurde die Quelle neu gefasst. Vormals entsprang sie etwa  100 Meter nördlich von der heutigen Quelle in den Feldern als mehrere Rinnsale. Die neugefasste Quelle schüttet etwa 1 Kubikmeter Wasser pro Stunde aus.

Schlacht bei Kircheib

Denkmal der Schlacht bei KircheibDie Schlacht bei Kircheib war eine militärische Auseinandersetzung in den Revolutionskriegen. Am 19. Juni 1796 trafen die französischen und österreichischen Truppen bei Kircheib im Westerwald aufeinander. Teilweise wird die Auseinandersetzung auch als Schlacht bei Uckerath bezeichnet, nach dem ebenfalls nahe gelegenen Ort Uckerath, der heute zu Hennef gehört. Die Österreicher griffen am 19. Juni 1796 um zwei Uhr nachts das französische Lager in Jungeroth mit Kavallerie und Infanterie an, wurden jedoch zurückgeschlagen und von den Franzosen bis Kircheib verfolgt. Das Dorf war gut verteidigt. Die Franzosen nahmen es zuerst unter Artilleriebeschuss und erstürmten es dann, wobei sie wiederum von auf den Anhöhen hinter dem Dorf aufgestellter österreichischer Artillerie beschossen wurden. Blick zurück über das Denkmal der Schlacht bei KircheibNach längerem Infanteriekampf um diese Höhen wurden die Franzosen zurückgeschlagen und zogen sich wieder zurück. An Verlusten hatten die französischen Truppen 1.500 Tote zurückgelassen, bei den Österreichern fielen 400 Soldaten. Der Bajonettkampf tobte auf dem Köppchen östlich von Kircheib, wo heute die Straße in kurzem Anlauf zum großen Wald des Leuscheider Höhenrückens ansteigt. Zeugen für das Gemetzel finden Landwirte noch heute beim Pflügen: Hufeisen, teils noch mit Nägeln daran, eiserne Kanonenkugeln oder Bleikugeln für Vorderlader. Direkt an der Bundesstraße 8 erinnert das Kreuz in der Kall an eine junge Frau, die laut Überlieferung von den Franzosen ermordet worden ist, als sie auf dem Weg zur Beichte war.

Dreiherrenstein Meisenbach

Der Dreiherrenstein bei MeisenbachBei Meisenbach stand früher der Dreiherrenstein als Grenzmarke zwischen dem Herzogtum Berg, der Grafschaft Sayn und dem Kurfürstentum Köln. Ein Denkmal erinnert an den inzwischen zerstörten Grenzstein. Die Hohe Straße, auch Frankfurter Straße, von Köln nach Frankfurt am Main war eine historische Handelsstraße. Heute ist sie Teil der Bundesstraße 8 von Elten nach Passau und damit Teil des Europa querenden Handelsweges von Antwerpen nach Konstantinopel. Die Kontrolle über Handelswege lag im Interesse der anliegenden Landesherrschaften, da dort Abgaben und Zölle erhoben werden konnten. Im 14. Jahrhundert entwickelten sich das Herzogtum Berg, die Grafschaft Sayn und das Kurfürstentum Köln zu konkurrierenden Anliegern der Frankfurter Straße, insbesondere im Gebiet Uckerath bis Kircheib. Es wurden Zollvereinbarungen abgeschlossen, Zollstellen eingerichtet und Die Hohe Straße, die heutige B8, bei MeisenbachLandwehren als Sicherungsanlagen angelegt. Die Landesherren waren bemüht, die ungenauen Grenzverläufe zu ihren Gunsten zu ändern. Vermutlich um 1600 wurden in der markanten  Quellmulde des Krabaches nahe Meisenbach drei Grenzsteine eingelassen, um das Zusammentreffen der drei Territorien festzulegen. Seitdem markieren die drei Steine den umstrittenen Grenzpunkt der Territorien Herzogtum Berg, Grafschaft Sayn und Kurfürstentum Köln. Die Grenzstreitigkeiten gingen jedoch weiter. Das Kurfürstentum Köln weitete im 18. Jahrhundert seine wirtschaftlichen Interessen aus, befestigte im strittigen Grenzbereich einen Teil der Straße als Steinweg und erhob expansiv Wegzoll. Vermutlich wurden dabei die drei Grenzsteine zerstört. Das Herzogtum Berg hielt sich zurück und ersetzte 1766 die zerstörten Steine durch den Dreiherrenstein. Nach den Napoleonischen Kriegen kam Kapelle Meisenbachdurch den Wiener Kongress 1815 das gesamte Gebiet als Rheinprovinz zu Preußen. Es gab hier keine Ländergrenzen mehr. In den Jahren 1825/26 wurde das Katasterwesen eingeführt und die Flurgrenzen im Wesentlichen nach den kurkölnischen Vorstellungen festgelegt. Dabei wurde der Dreiherrenstein durch einen gewöhnlichen Grenzstein ersetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ab 1945 die staatliche Neugliederung. Der Ort des ehemaligen Dreiherrensteines gewann wieder an Bedeutung. Die Kreise Altenkirchen und Neuwied im Regierungsbezirk Koblenz gehörten zur französischen Besatzungszone. Der Rhein-Sieg-Kreis im Regierungsbezirk Köln gehörte zur britischen Zone. Die britisch-französische Zonengrenze wurde 1946 mit Gründung der Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz deren Ländergrenze. Zur Erinnerung an den markanten Grenzpunkt, an dem im Blick zurück auf MeisenbachMittelalter drei Territorien aneinander stießen und heute die Grenzen von zwei Bundesländern, zwei Regierungsbezirken, drei Landkreisen und vier Gemeinden zusammentreffen, wurde vom Westerwaldverein Buchholz e. V. 1989 ein Denkmal errichtet. Für den Aufstellungsort des Basaltfindlings am historischen Platz wurde ein Flurstück vom Besitzer abgetreten. Nach einer Landkarte von Jordan van der Waye aus dem Jahre 1607 standen an dieser Stelle drei Steine. Der Hinweis auf dieser Karte lautet: Stein ahn welche drei herren landen scheiden. Dies waren die Territorien Herzogtum Berg, Grafschaft Sayn, Kurfürstentum Köln. Heute scheidet dieser Punkt die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz; die Regierungsbezirke Köln und Koblenz; die Kreise Altenkirchen, Neuwied und den Rhein-Sieg-Kreis; die Gemeinden Buchholz, Hennef, Eitorf und Kircheib; Errichtet 1989. Westerwald-Verein  Buchholz e. V.; Heimatverein Eitorf e. V.; Bürgergemeinschaft Uckerath und die Gemeinden.

Wegpunkte Dreiherrensteinweg

Route Dreiherrensteinweg

WP1   N50°41.3962 E007°23.7251, Pfarrkirche St. Pantaleon
WP2   N50°41.7698 E007°24.5431, Kapelle Oberscheid
WP3   N50°42.1783 E007°25.3497, Druiden-Born
WP4   N50°42.2658 E007°25.7006, Schlachtfeld bei Kircheib
WP5   N50°42.2628 E007°26.1577, Dreiherrenstein
WP6   N50°42.9376 E007°25.5415, Kapelle Meisenbach
WP7   N50°42.2775 E007°24.4496, Alter Bahndamm Mendt

Etappenroute (gpx)

Fotoalbum (Flickr)

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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2 Antworten auf Dreiherrensteinweg Buchholz

  1. Horst Weiß sagt:

    Hallo Dieter,
    mein Name ist Horst Weiß, ich bin derjenige der für die Gemeinde Buchholz den Gedenkstein für den Frieden errichten durfte.
    Bitte würden Sie die Erwähnung „Druiden Born umändern in den richtigen Namen Druden Born.
    Der Quellenname kommt her vom Begriff Drud = Nachtgespenst oder Nachtmar, engl. Nightmare. Hiergegen half noch im Mittelalter das segensreiche Wasser dieser Hanaffa-Quelle.

    • Dieter sagt:

      Hallo Herr Weiß,
      ich kenne und kannte die Bedeutung von Drud (Nightmare) natürlich. In den Quellen, die mir zur Verfügung standen, wurde aber überall der Name Druidenborn verwendet. Ich werde die Bezeichnung nun ändern.

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