Braunfels

Blick aus dem Lahntal auf Schloss Braunfels

Märchenhaftes Schloss Braunfels

Schloss Braunfels ist aus einer im 13. Jahrhundert gegen die Grafen von Nassau errichteten Trutzburg hervorgegangen und diente ab dem Jahr 1260 als Wohnburg der Braunfelser Linie der Herren zu Solms. Nach der Zerstörung der Burg Solms durch den Rheinischen Städtebund 1384 wurde die Burg Braunfels neuer Stammsitz der Grafen von Solms.

Eingangstor von Schloss BraunfelsDie einstige Schutzburg veränderte im Laufe der Jahrhunderte stetig ihr Erscheinungsbild. So kamen seit dem 14. Jahrhundert mit dem Aufkommen von Feuerwaffen mit größerer Reichweite zunächst Ringmauern mit Verteidigungstürmen und Wallanlagen hinzu. Auch in den  sich anschließenden Jahrhunderten ergänzten die baufreudigen Besitzer fortwährend ihre Burg. Nach dem Brand im Jahre 1679 erfolgte der Wiederaufbau unter Graf Heinrich Trajektin. An der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert erhielt die Burg durch Graf Wilhelm Moritz den Charakter einer barocken Café-Terrasse im Schloss BraunfelsResidenz. Auf den bis heute noch erhaltenen Grundmauern der alten Kernburg ließ der „Jägerfürst“ Ferdinand ab 1845 das Schloss im neugotischen Stil umgestalten und den Rittersaal nach historischem Vorbild wieder entstehen. Fürst Georg schließlich verlieh nach 1880 dem Schloss seine heutige unverwechselbare Silhouette mit seinen vielen malerischen Türmen und Erkern.

Stadt Braunfels

Talpforte von Schloss Braunfels mit PrangerBraunfels besitzt seit 1607 das Stadtrecht. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Braunfels fünfmal von feindlichen Truppen besetzt. Die Bevölkerung dezimierte sich durch Hungersnöte und Pest um nahezu die Hälfte. Am Ende setzte die Reformation sich in Braunfels wie in der gesamten Lahn- und Dillgegend durch. Der Flächenbrand von 1679 vernichtete große Teile der Stadt und der zum Barockschloss ausgebauten Burg. Das Schloss wurde danach unter Verwendung der noch bestehenden Bausubstanz wieder aufgebaut und erweitert; der Stadt wurde der vor den Stadtmauern liegende und bis heute erhaltene Blick über den Marktplatz von Braunfelsregelmäßige Marktplatz mit seinen umliegenden Straßenzügen hinzugefügt. Zahlreiche Fachwerkhäuser entstanden im Zuge des Wiederaufbaus Ende des 17. sowie im 18. Jahrhundert. Vom Ausbau des Schlosses zur fürstlichen Residenz im 18. Jahrhundert profitierte auch die Stadt. Zünfte wurden gebildet, und es kam zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Reichsdeputationshauptschluss 1803 beendete die territoriale Selbstständigkeit der Fürsten von Solms. Die Besitzungen fielen an das Herzogtum Nassau und mit dem Wiener Kongress 1815 an das Königreich Preußen.

Ehrenmal im Lindengärtchen von Schloss BraunfelsUm die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Braunfels zur Kurstadt ausgebaut. Aus einer Milchkur-Anstalt und einem Kneipp-Bad entstanden Zug um Zug die heute noch bestehenden Kuranlagen. Im Kurpark befindet sich unter anderem ein sehr nostalgisch wirkendes Denkmal Kaiser Friedrichs III. aus dem Jahr 1889 – seinerzeit gestiftet vom Solmser Land. Wesentlich zeitgemäßer und eindringlicher ist dagegen das Ehrenmal „Mutter und Kind“ im Lindengärtchen von Schloss Braunfels, das 1962 von dem Kasseler Bildhauer, Grafiker und Kirchenmaler Hermann Pohl (1917-1998) geschaffen wurde. Mit der Mutter, welche ihr Kind schützend im Arm hält, erinnert der Künstler an die zahlreichen Opfer aller Kriege und stellt den Schmerz einer Mutter dar, die den Tod ihres Gatten betrauert. Die Bronzefigur bringt Anklage, Hilflosigkeit und Angst zugleich zum Ausdruck.

Der gebührenfreie Parkplatz für den Zugang zum Schloss und zur Altstadt befindet sich unmittelbar an der Südseite der Stadtmauer (GPS-Position 50°30.7851 Nord, 008°23.3250 Ost).

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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