Greifenstein

Blick auf Burg Greifenstein

Landschaftsbeherrschende Burg Greifenstein

Die Höhenburg ist mit ihrer einmaligen Silhouette und ungewöhnlich weitgreifenden Ausdehnung bei einer Höhe von 441 Meter über NN das weithin sichtbare Wahrzeichen im Lahn-Dill-Bergland.

Äußere Talpforte der Burg GreifensteinBurg Greifenstein bietet nicht nur eine spektakuläre Aussicht von den Doppeltürmen, sondern auch eine prunkvolle Barockkirche, ein Gefängnis mit Folterwerkzeugen, geheimnisvolle Kasematten, ein Dorf- und Burgmuseum und eine Glockensammlung. In der näheren Umgebung lassen sich weitere historische Örtlichkeiten  auf einer Drei-Burgen-Wanderung oder auf dem „historischen Hugenotten-Wanderweg“ bei Greifenthal erkunden. Auch wenn man sich heute in Greifenthal und Daubhausen nicht mehr mit Bonjour begrüßt: Bis etwa 1825 wurde am Südrand des Lahn-Dill-Berglands nur Französisch gesprochen. Das galt selbst für die Schulen und in der Kirche. Denn Graf Wilhelm-Moritz zu Solms-Greifenstein nahm 1686 aus Frankreich vertriebenen Hugenotten auf, ließ dafür das Dorf Daubhausen räumen und das Dorf Greifenthal neu anlegen.

Burg GreifensteinIm Jahr 1160 wurde Burg Greifenstein erstmals urkundlich erwähnt, aber bereits 1298 wurde die Burg durch die Nassauer und Solmser Grafen zerstört. Später kaufte der Habsburger Albrecht I. die Burg von Kraft von Greifenstein; 1315 kam sie durch Verpfändung vom Haus Habsburg jedoch an die Grafen von Nassau. Nachdem sie unter verschiedenen Besitzern bis 1676 verfallen war, wurde sie von Graf Wilhelm Moritz von Solms-Greifenstein zu einem barocken Schloss ausgebaut. Nach der Übersiedlung des Grafen nach Braunfels 1693 verfiel die Anlage zur Ruine. 1969 wurde die Burgruine dem neu gegründeten Greifenstein-Verein geschenkt, der sich bis heute um den Erhalt der öffentlich zugänglichen Anlage kümmert. Die Burg Greifenstein wurde 1995 als Denkmal von nationaler Bedeutung in die Denkmalliste aufgenommen.

Glockenwelt Burg Greifenstein

Glockenwelt Burg GreifensteinBurg Greifenstein beherbergt seit 1984 im Bollwerk „Roßmühle“ mit fast 100 Glocken die bedeutendste Glockensammlung Deutschlands. Hier kann man nahezu alles zur Glockengeschichte und zur Glockenherstellung erfahren, zahlreiche Exponate bestaunen und interaktiv erleben.  Wer wissen möchte, wie eine Glocke entsteht, was Big Ben und der Greifenstein gemeinsam haben oder wie Freiheit klingt, der sollte sich einen Besuch dieses einzigartigen Museums nicht entgehen lassen. Berühmte Glocken aus aller Welt und die unterschiedlichsten Glockenfunktionen warten darauf, neu entdeckt zu werden. Die ausgestellten Glocken stammen u. a. aus der Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn, unterhalb des Ortes Greifenstein gelegen, einem der ältesten Familienbetriebe Deutschlands.

Barockkirche

Barockkirche mit Kaiserlinde auf Burg GreifensteinDie Barockkirche der Burg Greifenstein  ist eine der wenigen Doppelkapellen in Deutschland: 1462 entstand die St. Katharinenkapelle als Wehrkirche im gotischen Stil. Beim Barock-Umbau wurde der Burghof mit Erde aufgeschüttet, so dass die Kapelle heute unterirdisch gelegen ist. Dort befinden sich Fresken und Schießscharten sowie Kasematten. Die von 1687 bis 1702 über der Wehrkirche aufgebaute Barockkirche enthält eine umfangreiche Stuckdekoration und ist in die Zeit des italienischen Frühbarocks einzuordnen. Ober- und Unterkirche sind durch eine Treppe miteinander verbunden. Noch heute wird in der Barockkirche jeden Sonntag Gottesdienst gehalten. Kirchliche und standesamtliche Trauungen auch von Auswärtigen sind möglich.

Die Burganlage mit Glockenwelt, Barockkirche einschließlich Unterkirche sowie dem Burggelände mit den Türmen ist von dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet – in den Monaten Juni bis August auch montags. Ein kostenloser Parkplatz für den Besuch der Burg befindet sich unmittelbar am Ortseingang, ca. 200 Meter Fußweg von Burg Greifenstein entfernt (GPS-Position 50°37.3807 Nord, 008°17.7121 Ost).

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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