Oberkirchen

Zentrum des Ferienorts Oberkirchen im Schmallenberger Sauerland

Oberkirchen im Schmallenberger Sauerland

Die Lenne in OberkirchenDer Ferienort Oberkirchen liegt eingebettet inmitten der waldreichen Berge des Hochsauerlandes am Fuße des Rothaargebirges in 450 bis 700 Meter Höhe  im Lennetal und ca. 8 km östlich der Kernstadt Schmallenberg. 1275 wurde Oberkirchen erstmals urkundlich genannt. Die Höfe der Umgebung standen jedoch schon vorher unter der Herrschaft der Edelherren von Grafschaft, die  eine Fliehburg auf dem Wilzenberg unterhielten. Später übernahm das Geschlecht Fürstenberg die Vogtei. Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg als Patron der Pfarrei ließ um 1666 die an der Heidenstraße gelegene Pfarrkirche neu erbauen.

Gasthof Landhotel Schütte in OberkirchenVon 1595 bis 1685 fielen den Hexenprozessen in Oberkirchen 75 Menschen zum Opfer. Allein 1630 wurden in Oberkirchen im Patrimonialgericht der Freiherren von Fürstenberg, die das Gericht von den Kurfürsten von Köln als Landesherrn in Pfandbesitz hatten, 65 Personen verbrannt. Besonders bekannt wurde der Hexenprozess gegen das neunjährige Kind Christine Teipel. Sie benannte die Namen von 15 Menschen, die angeblich nachts am Teufelstanz teilgenommen hatten: 8 Männer, 6 Frauen und ein kleines Mädchen. So starben in sieben Prozesswellen in den drei Monaten April bis Juni 58 Personen auf dem Scheiterhaufen, darunter 22 Männer und 2 Kinder. Christine Teipel wurde am 4. Mai 1630 in der dritten von insgesamt sieben Prozesswellen hingerichtet. In der Lüttmecke bei Oberkirchen am „Hexenplatz“ erinnern Tafeln an die Hexenverfolgungen und den Prozess gegen Christine Teipel.

Sankt-Gertrudis-Kirche

Die Sankt-Gertrudis-Kirche in Schmallenberg-OberkirchenDie Sankt-Gertrudis-Kirche in Oberkirchen ist eine katholische Pfarrkirche, deren Entstehung ins 11. Jahrhundert zurückreicht. In ihrer jetzigen Form wurde sie im 17. Jahrhundert errichtet. Ausgrabungen haben ergeben, dass der Erstbau einer Pfarrkirche in Oberkirchen ins 11. Jahrhundert zu datieren ist. Vermutlich wurde dieser Bau vor 1200 durch Brand zerstört, worauf Brandspuren im ursprünglichen Turmbereich hinweisen. Ein zweiter Bau wurde vor 1200 erbaut, wobei der Turm nach Westen verlängert wurde. Dieses Gebäude wurde um 1470 durch Brand vernichtet und danach bis 1479 im Auftrag von Heinemann von Grafschaft wieder errichtet. Um 1640 war dieses dritte Kirchengebäude stark baufällig, vor allem der Turm. Der Patronatsherr, der Fürstbischof von Paderborn Ferdinand von Fürstenberg, ließ zwischen 1663 und 1666 zunächst den Turm restaurieren und anschließend das Kirchenschiff abtragen und völlig neu erbauen. Bei diesem vierten Kirchengebäude wurde der Chor nach Osten verlängert. In dieser Form besteht die Kirche bis heute fort.

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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