Wismar

Die Wismarer Wasserkunst auf dem Marktplatz

Alte Hansestadt Wismar

Blick auf den Marktplatz der alten Hansestadt WismarDie Hansestadt Wismar, gegründet im frühen 13. Jahrhundert, ist die zweitgrößte Hafenstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Sie bezaubert durch ihre historische Altstadt, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Norddeutschlands mit einzigartigen architektonischen Sehenswürdigkeiten, sowie ihre Einbettung in eine malerische Landschaft direkt an der Ostsee. Dominiert wird die Stadtsilhouette von drei gewaltigen mittelalterlichen Backsteinkathedralen, diese sind St. Georgen, St. Marien und St. Nikolai.

Gasthaus „Alter Schwede“ in WismarWismar war einst die zweitmächtigste Stadt im Hansebund. Ausdruck für Größe und Bedeutung im Handel von einst ist der groß angelegte Marktplatz. Beherrscht auf der Nordseite durch das klassizistische Rathaus, wird der Platz eingefasst durch ehrwürdige Bürgerhäuser. Besonderer Blickfang ist die frei auf dem Platz stehende „Wasserkunst“ und der unmittelbar daneben stehende „Alte Schwede“, ein im neugotischen Stil um das Jahr 1380 errichtetes Bürgerhaus. Die „Wismarer Wasserkunst“ ist ein Bauwerk nach Plänen des Utrechter Baumeisters Philipp Brandin. Die Umsetzung dieser Pläne dauerte von etwa 1579 bis 1602. Der Zwölfeckbau in zarter Steinarbeit ist im Stil der niederländischen Renaissance erbaut worden. Auf den aus Kalkstein gefertigten Ecken befindet sich eine kupferne Haube mit einer sechseckigen Laterne.

Die Marienkirche

Der Turm der ehemaligen Marienkirche in WismarDas Stadtbild Wismars ist neben den historischen Hansehäusern auch durch die drei Stadtkirchen geprägt. Die höchste von ihnen ist die Marienkirche, die sich im Zentrum der Altstadt befindet. Zudem ist sie auch eines der ältesten Gebäude der Hansestadt. Der Bau der damals 36 Meter langen und 16 Meter hohen Hallenkirche begann um das Jahr 1260 und dauerte etwa 10 Jahre. Nachdem später einige Teile abgerissen wurden, begann eine zweite Bauphase: Hierbei entstand ein Umgangschor mit Kapellenkranz sowie eine Basilika aus den Steinen der abgerissenen Hallenkirche. Vorbild war die Marienkirche in Lübeck. Am Ende der Bauphase wurde der aus dem ersten Bau noch vorhandene Turm auf eine Höhe von 80 Metern aufgestockt. Er erhielt somit eine wichtige Funktion als Seezeichen, an dem sich nahende Schiffe auf der Ostsee orientieren konnten. Nachdem die Marienkirche Wismar im Zweiten Weltkrieg durch Bombardierungen stark beschädigt wurde, beschloss man im Jahr 1960 die Sprengung des Langhauses und des Chores. Der Turm blieb stehen, da er nach wie vor als wichtiges Seezeichen gilt. Er wurde soweit stabilisiert, dass er wieder für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Die St.-Nikolai-Kirche

Altstadt von Wismar mit der St.-Nikolai-Kirche im HintergrundDurch die Lage am Meer und ihre Funktion als wichtiges Handelszentrum zur Zeit der Hanse war Wismar in der Vergangenheit Anlaufpunkt und Wohnort zahlreicher Seefahrer und Fischer. Ihnen zu Ehren wurde im 14. Jahrhundert die Nikolaikirche errichtet. Seit 2002 und der Ernennung von Teilen der Wismarer Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe steht auch die Nikolaikirche auf dieser Liste. Ihr Kirchenschiff ist mit 37 Metern das vierthöchste Kirchenschiff in Deutschland und liegt nur knapp unter der Lübecker Marienkirche. Damit gehört sie zu den beeindruckendsten Werken der Spätgotik in Norddeutschland. Der Bau begann 1381 und dauerte etwa 100 Jahre. Der ursprünglich 120 Meter hohe Turm wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts durch einen Sturm zerstört, wodurch auch ein Teil der Inneneinrichtung in Mitleidenschaft gezogen wurde. Erst 150 Jahre später, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, wurden die Beschädigungen endgültig beseitigt und die Turmhöhe etwa um die Hälfte reduziert. Heute stellt die Nikolaikirche einen markanten Punkt in Wismars Stadtbild und einen wahren Publikumsmagneten dar.

Die Heilig-Geist-Kirche

Die Heilig-Geist-Kirche in WismarDas Heilig-Geist-Hospital in Wismar ist eines der am Besten noch vollständig erhaltenen mittelalterlichen Hospitäler in Norddeutschland. Es wurde um 1250 direkt außerhalb der damals noch kleineren Stadt als Armenhaus und für die Krankenpflege gegründet. Erst 1323 begann man mit dem Bau der heutigen Kirche; der Altar wurde 1326 geweiht. Der Kirchenraum war damals zugleich Gotteshaus, Klinik und Herberge für Reisende, Pilger und Obdachlose. Innerhalb von Wismar folgt die Lübsche Straße dem alten Handelsweg an der Ostseeküste. Die Heilig-Geist-Kirche fügt sich dem Straßenverlauf ein, die wuchtigen Stützpfeiler aus dem 16.  Jahrhundert und das hochaufstrebende Dach bestimmen die nördlliche Straßenseite. Die Heilig-Geist-Kirche  ist eine Hallenkirche, in deren offenem Innenraum die großartige Balkendecke mit ihrer Bemalung jeden Besucher fasziniert. Elf Balken mit gotischer Bemalung halten die  Langsmauern zusammen.

Das Archidiakonat

Das Archidiakonat in WismarEines der schönsten Beispiele norddeutscher Backsteingotik ist das ehemalige Verwaltungs- und Wohngebäude des Archidiakons (bischöflicher Stellvertreter in der Kirche des Mittelalters).  Der Staffelgiebel auf der Nordseite ist reich gegliedert und mit Windlöchern verziert. Der üppige Baudekor besteht aus den für die norddeutsche Backsteingotik typischen glasierten Ziegeln und Formsteinen. Bei einer zweiten Sanierung 2008/2009 ergaben Untersuchungen an den ältesten überlieferten Dachgebinden des Gebäudes, dass das Archidiakonat in Wismar bereits kurz nach 1400 gebaut wurde und nicht wie bisher angenommen Mitte des 15. Jahrhundert.

Alte Löwenapotheke

Die Alte Löwenapotheke in WismarWismar fasziniert seine Besucher als Weltkulturerbe mit dem Charme einer vollständig erhaltenen Altstadt. Die Hansestadt  hat sich zu einem besonderen Anziehungspunkt entwickelt. Dazu gehört auch die Alte Löwenapotheke im Zentrum der Altstadt. Ursprünglich im Besitz eines Bäckers wurden die Räume über 300 Jahre als Apotheke genutzt. Das Haus mit dem Löwen im Portal hat eine einzigartige Geschichte. Heute finden Sie hier ein gemütliches Cafè. Bei selbstgebackenen Torten, Frühstück oder Herzhaftem sollte man sich während des Stadtrundgangs durchaus eine Pause gönnen.

Die Ratsapotheke

Die Ratsapotheke in Wismar hinter dem RathausWismar beherbergt viele alte Gebäude, und viele davon sind in den letzten Jahren wieder wunderschön und originalgetreu restauriert worden. Eine ganze Reihe gotischer Giebelhäuser findet man etwa in der Krämerstraße und der Lübschen Straße. Zu diesen historischen Gebäuden gehört auch die Ratsapotheke in der Krämerstraße hinter dem Rathaus.

 

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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