Schwerin

Das Schweriner Schloss

Landeshauptstadt Schwerin

Statue des Niklot (Stammvater der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg) in der Frontfassade des Schweriner SchlossesDie deutsche Gründung der Stadt Schwerin erfolgte 1160 durch den Welfenherzog Heinrich den Löwen nach dem Sieg über den Abotritenfürsten Niklot. Niklot war der letzte bedeutende Repräsentant des Volkes der Abodriten und ist der Stammvater der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg. 1156 lehnte Niklot gegenüber Heinrich dem Löwen für sich und sein Volk die Annahme des Christentums offen ab. Er fiel im Kampf als letzter bedeutender Repräsentant der Unabhängigkeit der Abodriten. Mit seinem Tode im August 1160 endete die slawische Herrschaft in den mecklenburgischen Gebieten bis zur Peene. Nachdem sein Sohn Pribislaw zum Christentum übergetreten war, erhielt er das Erbe Niklots 1167 aus sächsischer Hand als Lehen Heinrichs des Löwen zurück.

Blick vom Schweriner Schloss auf die AltstadtDie angesichts der Übermacht von den Verteidigern selbst niedergebrannte und verlassene Burg auf der heutigen Schlossinsel wurde wiederaufgebaut. Nach der Weihe des von Heinrich gestifteten ersten Doms um 1171 entwickelte sich Schwerin zum Zentrum der Christianisierung und Besiedlung des späteren Mecklenburgs. Ein städtischer Rat, bestehend aus sechs Ratsherren und dem Bürgermeister, wurde erstmals 1228 erwähnt. 1270 wurde mit dem Bau eines zweiten Domes begonnen. Das Geld dafür stammte aus den Einnahmen von Pilgern, die einen in Jaspis eingeschlossenen heiligen Blutstropfen aufsuchten, den Graf Heinrich von Schwerin 1222 von einer Pilgerfahrt mitgebracht und den Domherren gestiftet hatte. Die Ersetzung der hölzernen Stadtbefestigung durch eine massive Stadtmauer wurde 1340 vollendet. 1351 wurde das Rathaus erstmals erwähnt, das dreimal abgebrannt und immer wieder an derselben Stelle neu errichtet wurde.

Das Schweriner Schloss

Orangerie des Schweriner SchlossesDas Schloss liegt auf einer Insel im Stadtzentrum von Schwerin und war für lange Zeit Residenz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge. Es ist heute Sitz des Landtages des norddeutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Das Schloss ist ein in einem tausendjährigen Prozess historisch gewachsenes Bauwerk, dessen ringförmige Gestalt auf eine Wallanlage einer slawischen Burg zurückgeht, die um das Jahr 965 auf einer kleinen ufernahen Insel im Schweriner See errichtet wurde. Das heutige Schloss, das als Schlüsselwerk für die Gestaltungsweise des romantischen Historismus gilt, entstand durch einen tiefgreifenden Um- und Neubau des alten Schlosses in den Jahren 1845 bis 1857, wobei unter anderem französische Renaissanceschlösser als Vorbild dienten.

Orangerie des Schweriner SchlossesFür die Bundesgartenschau 2009 wurden weite Teile des Schlossparks umgestaltet oder restauriert. 2007 beschloss der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns eine Bewerbung um den Titel eines UNESCO-Welterbes anzustreben; 2010 verpflichteten sich zusätzlich die Stadt Schwerin und die Landesregierung dieses Vorhaben zu unterstützen. Im Juni 2012 wurde dann der Antrag zur Aufnahme auf die deutsche Vorschlagsliste unter dem Titel „Schweriner Residenzensemble – Kulturlandschaft des romantischen Historismus“ bei der Kultusministerkonferenche Details vom Schloss Chambord an der Loire übernommen.

Das Mecklenburgische Staatstheater

Das Mecklenburgische Staatstheater SchwerinDas Mecklenburgische Staatstheater Schwerin ist ein Fünfspartentheater in der Landeshauptstadt Schwerin. Das ursprünglich von Hofbaumeister Georg Adolf Demmler in klassizistischem Stil am Standort des heutige Hauses erbaute Theater brannte im April 1882 während einer Vorstellung ab. Das neue Haus wurde von Hofbaumeister Georg Daniel entworfen und in den Jahren 1883 bis 1886 fertiggestellt. Am Tage der Eröffnung am 3. Oktober 1886 stellte der der italienischen Renaissance nachempfundene Neubau eines der seinerzeit fortschrittlichsten Theaterbauten der Welt dar. Das nach den modernsten Erkenntnissen errichtete und ausgestattete Gebäude verfügte sogar über eine Versorgung mit elektrischen Licht aus eigenem Elektrizitätswerk.

Der Schweriner Dom

Der Schweriner Dom St. Marien und St. JohannisDer Schweriner Dom St. Marien und St. Johannis ist eine Bischofskirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland in Schwerin. Er gehört zu den Hauptwerken der Backsteingotik. Mit der Marienkirche in Lübeck und der Nikolaikirche in Stralsund gehört er zu den frühesten Bauten dieser Architektur. Von den vergleichbaren Bauten seiner Zeit unterscheidet er sich besonders durch sein Querschiff. Den Bau anderer Kirchen beeinflusste er durch die originelle Gestaltung des Umgangschores. Er ist die einzige echte Kathedrale in Mecklenburg-Vorpommern und das einzig verbliebene mittelalterliche Gebäude Schwerins.

Das Löwendenkmal

Löwendenkmal in SchwerinDie Stele mit Löwenskulptur an der Nordseite stammt vom Konstanzer Bildhauer Peter Lenk aus dem Jahr 1995 und wurde von einer Bank gestiftet. Aufgestellt wurde sie am Vorabend des 800. Todestag des Stadtgründers Heinrichs des Löwen. Der viereckige Sockel ist an den Seiten mit vier Reliefbildern ausgestattet, die vier Lebensepisoden des Sachsenherzogs satirisch kritisch darstellen. Diese sind der Wendenkreuzzug von 1147, durch den das Christentum unter anderem in Mecklenburg durchgesetzt werden sollte, die Gründung Schwerins 1160, die Herstellung des Braunschweiger Löwen, zu der Heinrich der Löwe Modell steht und die Bardowicker Gesäßhuldigung als Geringschätzung des nach England verbannten Heinrichs durch Bardowicker Bürger, da ihre Stadt während der Regierungszeit Heinrichs die Schlüsselrolle als Handelsplatz verlor.

Die Altstadt

Fachwerkhaus aus dem Jahr 1698 in der Altstadt von SchwerinWie in anderen vergleichbaren Städten der damaligen DDR entstanden auch in Schwerin seit 1968 neue Wohngebäude in Plattenbauweise auf dem Großen Moor in der Altstadt, nachdem alte, vernachlässigte Bausubstanz dort abgerissen und am Burgsee aufgeschüttet wurde. Die monotone Erscheinung der Plattenbauten wurde nur durch Beibehaltung historischer Straßenführungen, teilweise Klinkerverblendung der Fassaden sowie die Anschrägung der Dächer aufgelockert. Erst in den 1980er Jahren wurden auch vereinzelt Fachwerkbauten saniert. Umfangreiche Sanierungen am Schloss und an historischen Gebäuden der Altstadt fanden nach jahrelangem Verfall erst nach der politischen Wende statt.

Café Prag

Das Café Prag in der Schweriner InnenstadtDas Café Prag liegt zentral mitten in der Innenstadt und ist ein beliebter Treffpunkt, um sich verwöhnen zu lassen. Das Café hat etwas bewahrt, was zumindest in den alten Bundesländern bereits vor Jahrzenten verloren gegangen ist, wenn sie denn dort überhaupt existiert haben sollte: Die Prager Kaffeeehauskultur. Das Café  Prag besticht durch authentisch abgenutzten Charme. Einfach gemütlich und sehr anheimelnd, und von der Außenterrasse genießen Gäste den Blick auf das Schweriner Märchenschloss und die Staatskanzlei.

Alt Schweriner Schankstuben

Alt Schweriner Schankstuben am SchlachtermarktDas mit drei Sternen ausgezeichnete Hotel und Restaurant „Alt Schweriner Schankstuben“ befindet sich direkt am Schlachtermarkt in der  Schweriner Altstadt und wirkt auf den Gast in jeder Hinsicht authentisch und bietet im Schatten von alten Linden „Mecklenburgische Küche“ bei einer sehr schönen  Aussicht auf die Altstadt zu akzeptablen Preisen.

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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