Nordenau

Blick auf Nordenau mit der Ruine des Bergfrieds der Burg Rappelstein

Nordenau an der alten Heidenstraße

Der staatlich anerkannte Luftkurort Nordenau im Schmallenberger Sauerland liegt auf einem Bergsattel oberhalb des Nesselbachtals am Fuße des 841 Meter hohen Kahlen Asten rund zwei Kilometer nördlich von Westfeld.

Um 1200 wurde die Burg Norderna von den Edelherren von Grafschaft an der alten Heidenstraße erbaut. In einem Gerichtsstreit erwähnte man 1513 erstmalig die Siedlung Nordenau. Der kleine Ort mit alten, teilweise über 200 Jahre alten Fachwerkhäusern wird gekrönt von der Ruine des Bergfrieds der Burg Rappelstein, die einst Wanderern, Kaufleuten und Kriegern, die über die alte Heidenstraße, die hier über den Höhenrücken des Rothaargebirges führte, Schutz bot.

Der Ort verfügt über Sport- und Wandermöglichkeiten in den Nadel-, Laub- und Mischwäldern, einen Kurpark und den Walderlebnispfad „Eulenweg“. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Wintersportorten des Sauerlandes Winterberg und Altastenberg bietet auch Nordenau Wintersportmöglichkeiten.

Die alte Heidenstraße

Die Heidenstraße war eine über 1000 Jahre alte und rund 500 km lange Heer- und Handelsstraße, die auf einem direkten Weg von Leipzig über Kassel nach Köln führte. Anderenorts wurde die ab dem 8. Jahrhundert genutzte Straße auch „Köln-Kassler-Landstraße“ oder „alte Landstraße“ genannt. Auf dieser Straße zog vermutlich Kaiser Otto III. im Jahre 1000 vom Osten kommend nach Aachen.

Wie die „Heidenstraße“ zu ihrem Namen kam, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine Erklärung könnte möglicherweise daher kommen, dass die Christianisierung von Köln her entlang dieser Straße durch das Sauerland erfolgte. Das später kurkölnische Sauerland und Sachsen waren zur damaligen Zeit Missionsgebiete.

Von Kassel kommend, verlief die Strecke durch Korbach und die Sauerländer Orte Medebach, Winterberg, Nordenau, Westfeld, Oberkirchen, Winkhausen, Gleidorf, Schmallenberg, Wormbach, Bracht, Elspe, Grevenbrück, Attendorn, Valbert/Grotewiese und Meinerzhagen. Der Heidenstraße folgend gelangte man dann über Marienheide und Wipperfürth nach Köln.

Wegen seiner Anbindung war die Heidenstraße im Mittelalter die wichtigste Straße für das Sauerland. Durch den Bau von weiteren Landstraßen im 19. Jahrhundert verlor die Heidenstraße ihre besondere Verkehrsbedeutung.

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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