Golddorf-Route Oberhenneborn

Panoramablick auf Oberhenneborn

Mit der Kamera unterwegs im Schmallenberger Sauerland

Anreise mit dem Pkw zum Wanderportal Oberhenneborn an der Friedenseiche mit Wanderparkplatz und Wandertafeln im Todesbruch 6, 57392 Schmallenberg (Navi-Eingabe N51°13’44″ E8°17’47″)

Tourbeschreibung

Wanderportal an der FriedenseicheEs gibt sie noch, die kleinen idyllischen Orte, wo die Welt noch in Ordnung ist, die Einwohner so richtige Sauerländer und die Kühe glücklich sind. Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis für sich. Aus Richtung Bad Fredeburg kommend, geht es am Rimberg links bis hinunter in das Teufelsloch. Biegt man dort wiederum links ab, gelangt man nach einigen  weiteren Kilometern, auf denen es nichts weiter gibt als Wald, nach Oberhenneborn. Der Ort liegt am Zusammenfluss von Henne und Sachmecke, zwischen Mühlenberg (543 m), Wellberg (615 m) und Hömberg (661 m). Phantastische Aussichten und Sehenswürdigkeiten säumen die 10,5 km lange Golddorf-Route Oberhenneborn. Markiert mit einem goldenen G auf rotem Grund beginnt der Die Henneborner LoreleyRundwanderweg in Oberhenneborn an der Friedenseiche und führt entgegen dem Uhrzeigersinn am Todesbruch rechts über einen Wiesenpfad bergan bis zum Wirtschaftsweg. Dort links abbiegen und weiter unterhalb der Viehweiden nach Süden. Es empfiehlt sich in angegebener Laufrichtung zu wandern, da die Route leider nur in eine Richtung gut markiert ist. Außerdem empfiehlt es sich, die Karte der Golddorf-Route mit dem u. a. Link aufzurufen und ggf. auszudrucken. Auf der Strecke parallel zum Ruttenberg überquert der Weg das Flüsschen Sachmecke und erreicht alsbald einen Felsen – die Henneborner Loreley. Bevor es zwischen zwei Riesen-Fichten hindurch geht, verläßt die Golddorf-Route den Blick hinunter ins SellmecketalWirtschaftsweg und führt über zwei ziemlich steile Waldpfade talabwärts zur SGV-Hütte Eulennest. Von hier geht es anfangs über den Waldpfad steil bergan, bis die Golddorf-Route am Hang des Römbergs wieder auf einen Wirtschaftsweg trifft. Hier nun nach links abbiegen. Jeder Schritt lohnt sich, denn bald danach eröffnet sich ein phantastischer Blick über das Hennetal. An einem Bildstock vorbei führt die Tour dann um den Heyer Knochen herum bis zur Kreuzkapelle und schließlich auf dem Bienenlehrpfad nach Oberhenneborn zurück. Im Ort gibt es in Wüllners Landgasthof hausgemachte Spezialitäten und selbst gebackenen Kuchen.

Oberhenneborn

Landwirtschaft in OberhennebornDie Besiedlung des Dorfes wird vermutlich spätestens im 10. Jahrhundert erfolgt sein. Oberhenneborn bestand ursprünglich aus zwölf Bauernhöfen. Zusammen mit den vier Niederhenneborner Höfen bildeten sie im Hennetal eine Bauernschaft. Kirchliches Leben lässt sich ebenfalls bis in das 10. Jahrhundert zurück verfolgen. So sollen sich an den ältesten Mauern der Kirche Merkzeichen befunden haben, wonach die damalige Kapelle unter König Konrad I. erbaut wurde. In diesem Zusammenhang wird die Jahreszahl 913 vermerkt. Zeitgleich dürfte die Errichtung einer Vikarie erfolgt sein, die im 13. Fachwerkgebäude in OberhennebornJahrhundert nach Kirchrarbach verlegt und später zur Pfarrei erhoben wurde. Die urkundlichen Erwähnungen beginnen mit dem Jahr 1362. Damals gelangte ein Teil des Dorfes in die Abhängigkeit des Klosters Grafschaft. Die Höfe waren verschiedenen Grundherren abgabepflichtig. Außer den Pacht- und Lehnhöfen der Klöster Grafschaft und Meschede sowie des Gutes Hanxleden gab es auch freie Höfe. Durch den 30-jährigen Krieg waren die Siedlungsplätze in der näheren Umgebung wüst geworden. Über diese Siedlungen heißt es um 1650 „die Wüstungen bei Oberhenneborn haben keine Kapelle“. Neben den Wüllners Landgasthof in OberhennebornBauernfamilien gab es die Beilieger- und Handwerkerfamilien, die teils in eigenen Häusern, teils in Nebengebäuden der Höfe lebten. Ab etwa 1800 erwarben diese Familien eigenen Grundbesitz, da einige der großen Höfe bedingt durch hohe Kriegs- und Steuerlasten einen Teil ihres Grundbesitzes verkaufen mussten. Ein großer Brand zerstörte am 10. Mai 1876 die Ortsmitte. 17 Wohnhäuser, Kirche und Schule, 8 Scheunen und Ställe und etliches Vieh verbrannten. Kirchlich wurde das Dorf 1921 selbständig. Im selben Jahr wurde auch der Friedhof Neuer Weg in Oberhenneborn mit Blick auf St. Agathaangelegt. Eine eigene Schule gab es schon vor 1792. Mit Unterbrechungen wurde bis 1970 im Dorf unterrichtet. Heute leben in Oberhenneborn nur noch wenige Menschen von der Landwirtschaft. Hierdurch hat sich auch das Landschaftsbild verändert, da die Flächen ausschließlich als Grünland genutzt werden. Die sieben Landwirte im Ort produzieren im Jahr mehr als zwei Millionen Liter Milch. Im Dorf wird noch immer das traditionelle Brauchtum gepflegt: Im  Februar das Fest der Heiligen Agatha, der Kirchenpatronin, und zu Mariä Himmelfahrt die Krautweihe, wenn ein Strauß von 26 Kräutern und anderen Bestandteilen gesegnet wird. 1985 erhielt Oberhenneborn im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ die Goldplakette.

Pfarrkirche St. Agatha

Die Pfarrkirche St. Agatha in OberhennebornDie katholische St.-Agatha-Kirche weist eine sehr klare, harmonische Architektur auf. Ein glattes Schieferdach, darunter eine Wand mit einem großen querformatigen Fenster, links etwas zurücktretend der stämmige, wehrhafte Turm, rechts die offene gedeckte Vorhalle. Bei näherem Hinsehen ist zu erkennen, dass hier alte und neue Teile vereint zu einem ansprechenden Ganzen zusammengefügt worden sind. Wer das Innere der Kirche betritt, hat wieder den Eindruck, dass der in verschiedenen Bauperioden entstandene Raum Vielfalt und Einheit Innenraum von St. Agathabesitzt. Der beherrschende Mittelpunkt, von drei Seiten dicht mit Bänken umstellt, ist der wuchtige Altarblock aus Warsteiner Marmor. Das dunkle Kreuz an der Rückwand besteht aus Siedlinghausener Schiefer. Das um das Kreuz gelegte Goldmosaik weist auf die Auferstehung und Verklarung des Gekreuzigten hin. Die ganze künstlerische Ausstattung der Kirche – ob in Stein, Glas, Bronze oder Holz – stammt von dem Bildhauer und Maler Ernst Suberg aus Elleringhausen.

Todesbruch

Fachwerkhaus im TodesbruchIm Mittelalter führte einer der Wormbacher Totenwege durch Oberhenneborn. Südlich des früheren Dorfrandes stand ein Totenturm, eine Art Leichenkapelle, in der die Toten zum letzten Male über Nacht aufgebahrt wurden, um am nächsten Tag dann in Wormbach begraben zu werden. Der Ort trägt heute den Straßennamen Todesbruch. Wie eine Sage berichtet, soll an dieser Stelle am 4. Juli des Jahres 1250 der Graf Carl von der Reck aus Neid wegen einer Salzquelle ermordet worden sein, woraufhin diese umgehend versiegte. Bei Eintritt der Dunkelheit wurde der Ermordete dann im Totenturm in der Nähe der Salzquelle auf dem Todesbruch aufgebahrt und von einem Wächter bewacht, um nach Tagesanbruch zur Beerdigung nach Blick von der Golddorf-Route  auf das TodesbruchWormbach gebracht zu werden. Der Totenturm hat wahrscheinlich bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf dem Todesbruch an der Stelle gestanden, wo jetzt die Friedenseiche steht, die 1871 von Heimkehrern des Deutsch-Französischen Krieges gepflanzt wurde. Das dahinter gelegene Flurstück wird in einer Verpfändungsurkunde v. 23. November 1794 als „garten hinter dem hilgenhauß aufm dodten bruck“ bezeichnet. Das Wasser der Salzquelle wurde 1841 von Sachverständigen untersucht, wobei sich herausstellt, dass sich einige Salzanteile darin befinden, aber zur Gewinnung von Salz die Kosten nicht gedeckt würden. Die genaue Lage der Quelle ist nicht mehr bekannt.

Henneborner Eule

Henneborner EuleDas Wappen von Oberhenneborn ist eine stilisierte Eule. Die in der Dorfschmiede hergestellten Eisenwaren wurden früher mit dieser stilisierten Eule gekennzeichnet. Die Kennzeichnung erfolgte mit einem Hammerstempel, der in das noch weiche Eisen geschlagen wurde. Aufgrund der Herkunft der Eisenwaren, die in der ganzen Gegend guten Absatz fanden, wurden auch bald alle Bewohner Oberhenneborns als Henneborner Eulen benannt. Aus dem früheren Schimpfnamen, der bei Nennung unweigerlich Auseinandersetzungen hervorrief, ist mittlerweile ein Ehrenname geworden; die Eule ist in vielen Darstellungen in Oberhenneborn zu finden.

Wegpunkte Golddorf-Route Oberhenneborn

Golddorf-Route Oberhenneborn

WP1 N51°13.5939 E008°18.2221, Henneborner Loreley
WP2 N51°13.1318 E008°18.4572, Abzweigung Riesen-Fichten
WP3 N51°14.3037 E008°18.0797, SGV-Hütte Eulennest
WP4 N51°14.1080 E008°17.8332, Wegezeiger Bildstock
WP5 N51°14.2097 E008°17.4615, Kreuzkapelle
WP6 N51°13.5999 E008°17.4678, St. Agatha
WP7 N51°13.4390 E008°17.4651, Wanderportal Friedenseiche

Golddorf-Route Oberhenneborn (gpx)

Wanderkarte Golddorf-Route Oberhenneborn

Fotoalbum Golddorf-Route Oberhenneborn (Flickr)

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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