Nach Kruberg

Am Kamp in Kruberg

Mit der Kamera unterwegs durch den Drewer Wald

Anreise mit dem Pkw zum Bahnhof Littfeld (GPS-Eingabe: N51°0’25″ E7°59’13″). Rückreise mit dem Bus von Kruberg nach Welschen-Ennest und von dort mit der Regionalbahn zurück nach Littfeld. Wanderkarte Kreuztal, Maßstab 1:25.000, Herausgeber Stadt Kreuztal. Fahrplanauskunft: www.fahrplanauskunft.de

Tourbeschreibung

Bahnhof LittfeldDie 4,8 km lange Wanderung durch den Drewer Wald (Markierung „U“) nach Kruberg startet am Bahnhof Littfeld. Von hier führt die Route auf einer befestigten Privatstraße durch das Tal der Littfe und parallel zur Bahnstrecke in nördlicher Richtung durch Burgholdinghausen, vorbei am Forsthaus und einem Schafstall aus dem 16. Jahrhundert zum Kleffweiher und nach Überqueren der Bundesstraße weiter zum Langebachweiher. Hier empfiehlt sich ein kurzer Abstecher zum Jüdischen Friedhof am Osthang des Burbergs oberhalb der B 517. Anschließend geht es überwiegend auf befestigten Waldwegen nördlich des Langebachs Langebachweiherparallel zur alten Landhecke (Kölsches Heck) entlang, die im Bereich des Grenzsteins FF bei Langebachs Köpfe nach Osten abknickt, obwohl die eigentliche Grenze weiter nach Norden verläuft. Die Landhecke zieht sich sodann südlich des Langebachs entlang und wechselt am Langebachweiher die Talseite, wo sie nach Nordosten ziehend endet.  Östlich von Langebachs Köpfe biegt der Wanderweg U im Drewer Wald nach Norden ab und kreuzt auf der Wasserscheide am früheren Kruberger Schlag die alte Grenze zwischen dem ehemaligen Fürstentum Nassau-Siegen und dem kurkölnischen Herzogtum Westfalen. Hier befand Blick vom Siegerland-Höhenring hinunter nach Krubergsich früher der historische Grenzstein BB. Der unterirdische Abbau von Kupfererzen auf der Rahrbacher Höhe führte ab 1709 jedoch zu Streitigkeiten über den vereinbarten Grenzverlauf. Strittig war, ob der existierende Untertagebau auf Kurkölner oder Nassau-Siegener Territorium lag – bzw. ob die 1688 festgelegte Grenze zwischen den Grenzsteinen AA und BB geradlinig oder über die Wasserscheide verliefe. Daher wurde 1769 eine neue Grenzkommission einberufen, die den ursprünglichen Verlauf der Grenze über die Wasserscheide nochmals bestätigte. Nach Verlassen des Waldes geht es  dann gemächlich bergab nach Norden durch die Ortschaft zur Bushaltestelle Kruberger Straße. Für diese mäßig schwere Tour wird wetterfeste Kleidung und festeres Schuhwerk empfohlen.

Kruberg

DutzwinkelUrkunden des 13. und 15. Jahrhunderts zeigen, dass das Südsauerland zum Herrschaftsbereich der Edelherren von Gevore-Bilstein gehörte, die Inhaber der Gerichtsgewalt und anderer Hoheitsrechte waren. Bezeichnet wurde dieser Herrschaftsbereich als Freibann, Freigrafschaft oder Herrschaft Bilstein. Nach dem Tod Johann II. von Bilstein, der 1363 letztmals erwähnt wird, ging die Herrschaft Bilstein an die Grafen von der Mark über und verlor somit ihre Selbständigkeit. 1368 verkaufte Graf Gottfried IV. von Arnsberg nach einer verlorenen Fehde mit Graf Engelbert III. von der Mark seine Grafschaft an das Kölner Erzstift. Der Rahrbach in KrubergDie kölnischen Besitzungen im Sauerland, die damit erstmals ein geschlossenes Territorium bildete, wurden fortan als Herzogtum Westfalen bezeichnet. Die Zugehörigkeit des Bilsteiner Landes zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen dauerte bis zur Säkularisation. Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes Kruberg stammt von 1340, als Adolf von Holdinghausen dem Kölner Erzbischof Walram gegen ein Geldlehen von 4 Mark das „castrum meum Crutpracht“ als Offenhaus anbietet. Damit bekundete er, dem Erzbischof auch in Privatfehden zu folgen und sein Haus in Kruberg für ihn offen zu halten. Erzbischof Friedrich von Saarwerden Kapelle St. Antonius Einsiedlerbelehnte Ritter Adolf von Holdinghausen 1371 unter anderem mit einem Wohnsitz in Kruberg. Historisch betrachtet bestand der Ort aus zwei Weilern, nämlich Kruberg und Dutzwinkel, die mittlerweile zu einem Dorf zusammengewachsen sind. Eine Kapelle ist für Kruberg bereits 1556 genannt. Die heutige St. Antonius Einsiedlerkapelle (Kapelle St. Antonius Abt und Maria Magdalena) wurde 1722 errichtet und steht unter Denkmalschutz. Die kleine, dreiseitig geschlossene Saalkirche ist mit einem Walmdach gedeckt. Die verputzten Wände sind durch rundbogige Fenster gegliedert. Auf dem Dach sitzt ein Dachreiter. Im Innenraum Kapelle St. Antonius Abt und Maria Magdalenaruht über einem Profilgesims eine Flachdecke. In einem Altaraufsatz vom Ende des 17. Jahrhunderts steht eine Nachbildung der thronenden Muttergottes aus Holz aus dem 16. Jahrhunderts; das Original befindet sich im Diözesanmuseum in Paderborn. Eine Figur des Hl. Antonius Einsiedler ist um 1500 entstanden. Die Figur der knienden Hl. Maria Magdalena wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts gefertigt.  Der Hl. Abt Antonius, gestorben 356 in Ägypten, sammelte als Einsiedler viele Schüler um sich und wurde so einer der Väter des Mönchtums. Er ist nicht zu verwechseln mit dem im Sauerland vielerorts als Klüngeltünnes verehrten Antonius von Padua. Eine Tafel an der Kapelle erinnert an den wohl bekanntesten Sohn des Ortes, Prälat Caspar Berens (* 24. April 1836 in Kruberg; † 16. Mai 1912 in Rumbeck), dem Dichter des Kolpingliedes. Politisch gehörte Kruberg von 1843/44 bis 1969 zur Gemeinde Rahrbach im Amt Bilstein und kam dann mit der kommunalen Neugliederung zur heutigen Gemeinde Kirchhundem.

Wegpunkte Wanderung nach Kruberg

Wanderroute nach Kruberg

WP1   N51°00.8955 E007°58.9619,   Forsthaus Burgholdinghausen
WP2   N51°00.9591 E007°58.7706,   Jüdischer Friedhof
WP3   N51°01.0285 E007°58.7451,   Langebachsweiher
WP4   N51°01.7859 E007°57.7462,   Kruberger Schlag
WP5   N51°02.2156 E007°57.7075,   St. Antonius Einsiedlerkapelle

Route der Wanderung nach Kruberg (gpx)
Fotoalbum der Wanderung nach Kruberg (Flickr)

Über Dieter

Nach fast 50 Jahren Berufstätigkeit seit dem 1.10.2012 im Ruhestand. Meine freie Zeit verbringe ich mit Fotografieren, ehrenamtlicher Web-Administration, Desktop Publishing, Digitalisierung von Fonts, Digitalisierung von Hörspielen usw. Daneben interessiere ich mich für Theater und für Kunstgeschichte sowie Geschichte allgemein.
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